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zurück zu Geschichte des Klosters Denkendorf Berthold, der Stifter des Klosters Denkendorf und seine Familie Von Rolf Deuschle und Herbert Raisch Schon immer hat die Forschung die Frage beschäftigt: Wer war
Berthold, der Stifter des Klosters Denkendorf? - Als im Jahre 1560 der Schreiber
des Denkendorfer Lagerbuchs die Geschichte der Stifterfamilie darlegte, musste
der Personenkreis, zu dem Berthold gehörte, noch in etwa bekannt gewesen sein;
so vermerkt er zum Beispiel "Erlikheim keins Falls". Die Forschung hat ja dann Berthold den verschiedensten Familien zugeordnet als Graf von Beutelsbach, vom Württemberg, von Neuffen, von Calw, von Ingersheim, von Zähringen, von Denkendorf, von Hohenberg-Gottesau/Lindenfels, einer von Sperberseck, von Hugenberg oder einer von Neuhausen. Rolf Deuschle und Herbert Raisch konnten dann 1982 eindeutig nachweisen, daß Berthold ein Graf von Hohenberg/Lindenfels war. Nun geht es darum, über seine Familie, seinen Personenverband, Näheres zu erfahren, um auf diese Weise neue Erkenntnisse über die Gründung und die Bedeutung von Kloster Denkendorf zu gewinnen. Als Karl Pfaff in den dreißiger Jahren des 19.
Jahrhunderts den Kreuzgang des Klosters Denkendorf untersuchte, um Material für
seinen Aufsatz "Denkmale des Altertums und der alten Kunst im Königreich
Württemberg" zu sammeln, sah er unter anderem noch das Freskobild, welches
die Klosterstiftung darstellte. Er hat es folgendermaßen beschrieben: "Derjenige Teil des Kreuzgangs, welcher laut der Angabe
in einem Gewölbeschluss im Jahr 1462 vollendet worden ist, mag wenige Zeit
hernach das Freskobild empfangen haben, das noch jetzt, aber undeutlich, über
dem Eingang in Der Papst. Es handelt sich um Honorius II., Lambert Scannabecchi aus Fiagnano. Er war 1117 Kardinalbischof von Ostia, dann als Legat von Kalixt II. am Abschluss des Wormser Konkordats beteiligt; zum Papst gewählt am 15. Dezember 1124, gekrönt am 21. Dezember 1124, gestorben am 13. Februar 1130 in Rom. Der Kardinal. Es handelt sich um Graf Konrad von Urach, einen nahen Verwandten Bischof Ottos von Bamberg. Kardinal Kuno wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts geboren und starb am 9. August 1122. Er war Kaplan Wilhelms des Eroberers, stiftete 1090 das Chorherrenstift Arronaise in der Picardie, wurde 1108 Kardinalbischof und war dann längere Zeit päpstlicher Legat in Frankreich und Deutschland. Zwischen 1111 und 1116 war er Bischof von Palästina und Bethlehem und wurde von Patriarch Arnold (Eglasius) von Jerusalem als sein Nachfolger vorgeschlagen Er hat jedoch auf die Kandidatur verzichtet, da er sich mit Kaiser Heinrich V. überwerfen hatte. Alfons Schäfer hat nachgewiesen, daß Kardinal Konrad von Urach drei Geschwister hatte, nämlich Graf Egino von Urach, identisch mit Graf Egino Von Vaihingen, sodann Graf Gebhard von Urach (Abt von Hirsau, Bischof von Speyer) sowie Mathilde, verheiratet mit Manegold von Sulmetingen/Neifen. Diese vier Geschwister sind Kinder aus der Ehe Graf Eginos von Vaihingen mit einer Ingersheimerin, einer Großtante Bertholds, des Stifters von Denkendorf. Offenbar hatte der 1037 im Öhringer Stiftungsbrief genannte Graf Eberhart von Ingersheim keine überlebenden männlichen Nachkommen, so daß sich Töchter die Grafschaft teilten. Da sich zudem der Vater des Denkendorfer Stifters, Berthold der Ältere (Graf von Hohenberg/Staufenberg, Vogt von Lorsch, Stifter des Klosters Gottesau, gest. 1122) »cognat« Graf Eginos von Vaihingen nennt, gibt es aufgrund der direkten Verwandtschaft keinen Zweifel, daß es sich bei der auf dem Stifterbild dargestellten Persönlichkeit um Kardinal Graf Konrad von Urach handelt. Dass er die Einsetzungsbulle in der Hand hält, könnte darauf hindeuten, daß er als Bischof von Palästina und Bethlehem Berthold vor 1122 zur Stiftung des Chorherrenstifts zum Heiligen Grab in Denkendorf zumindest ermuntert hat. Als 1462 Propst Bernhard von Baustetten den Schlussstein im Kreuzgang setzen und sein Nachfolger, Propst Heinrich Gutzmann, das Stifterbild anmalen ließ, hat man in Denkendorf offensichtlich noch gewusst, wer mit der Stifterfamilie verwandt war. Der Erzbischof von Mainz. Berthold, der Stifter von Denkendorf, befand sich im April 1142 zum letzten Mal in Jerusalem. Dort verfasst er zusammen mit Patriarch Wilhelm von Jerusalem und mit Prior Peter sein Testament, in dem er festlegt: "...und ich gebe vollends alles, was ich habe: ... zu Denkendorf... dem Heiligen Grab in Jerusalem". Zu den Zeugen gehört auch Rudolf von Rheinfelden. Nach Bucelin handelt es sich bei ihm um denjenigen Sohn Herzog Konrads von Zähringen, der die Rheinfeldener Güter seiner Großmutter Agnes geerbt hatte und sich danach benannte. Da Rudolf 1167 Bischof von Lüttich wird, 1189 Lüttich verlässt, um Friedrich Barbarossa auf dem Kreuzzug zu begleiten, muss er 1142 noch relativ jung gewesen sein, als er seinen Verwandten Berthold, Graf von Hohenberg/Lindenfels, nach Jerusalem begleitet hat. Rudolf soll nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land 1191 in Herdern bei Freiburg gestorben und in Petershausen begraben worden sein. Nach einer anderen Überlieferung soll ihn der Tod vor den Stadttoren Lüttichs ereilt haben. An der Persönlichkeit Rudolfs sind folgende Fakten aufschlussreich: 1. Er war zum Erzbischof von Mainz gewählt, aber nicht bestätigt worden. 2. Was Rudolf im Körschtal gehörte (Körschburg mit Umgebung) besitzen später die Grafen von Aichelberg, Kloster Denkendorf und die Herzöge von Teck. Berthold, der Denkendorfer Stifter, war auf diese Ansprüche angewiesen. 3. Rudolfs Mutter, Clementia von Namur, erbrachte über die Grafen Namur Erbansprüche an die Herzöge von Zähringen, auf die Rudolf als Bischof von Lüttich zugunsten eines Neffen verzichtete. 4. Durch seinen Verzicht auf Erbansprüche erhielten Rudolfs Brüder Berthold IV. von Zähringen und Albert I. von Teck dessen Rechtsansprüche um Denkendorf sowie im Raum Kirchheim/Teck. 5. Rudolfs Siegel sowie seine Münzen zeigen ihn als Bischof von Lüttich (1167 bis 1191) sitzend im Ornat mit Mitra, den Bischofsstab in der zugleich segnenden Rechten; die angehobene Linke hält ein Buch. Eindeutig sitzt er jeweils auf einem Grabtrog, vermutlich ein Hinweis darauf, daß er Heilig-Grab-Verehrer war. Alles deutet daraufhin, daß auf dem Fresko im Kloster Denkendorf nicht das "Amt" des Erzbischofs von Mainz, sondern eben die sich mit Denkendorf identifizierende bestimmte Person, eben Rudolf von Rheinfelden, aus den oben genannten Gründen in der Überlieferung bekannt war und festgehalten wurde. Der Bischof von Augsburg. Man fragt sich, welche Beziehungen ein Bischof von Augsburg zu Denkendorf hat, um im Stifterbild verewigt zu werden, da doch Denkendorf zu Konstanz gehörte? Bei dem abgebildeten Bischof von Augsburg handelt es sich um Walter, den Sohn des Pfalzgrafen Manegold (gest. 1094) und der Adelheid. Seine Großeltern sind Friedrich von Büren und Hildegard von Bar Mouson. Walter stammt also aus dem Hause der Staufer. Sein Onkel, also seines Vaters Bruder, war Ludwig, der in zweiter Ehe mit Richenza von Spitzenberg-Sigmaringen verheiratet war. Bischof Walter ist also zugleich der Enkel Friedrichs von Buren, der Vetter König Konrads III. von Staufen, Vetter des Herzogs von Schwaben und Neffe der Richenza von Spitzenberg. Für Denkendorf ist Bischof Walter von Augsburg eine Schlüsselfigur. Um dies zu erklären muss man etwas weiter ausholen. In den Jahren 1462-1467 entwickelte sich zwischen Propst Baustetten und Graf Ulrich von Württemberg ein Streit, in dem auch die Frage des Stifters eine Rolle spielte. Baustetten rief den pfälzischen Haushofmeister Rupprecht von Erligheim zu Hilfe, der dann behauptete, einer seiner Vorfahren habe Kloster Denkendorf gegründet, während Graf Ulrich behauptete, er sei ein Abkömmling des Stifters. Im Verlaufe des Streits wurde Propst Baustetten 1467 abgesetzt. Sein Nachfolger Propst Gutzmann hat dann 1467 das Stifterbild anbringen lassen. Wenn darauf der Bischof von Augsburg erscheint, muss man über die verwandtschaftlichen Beziehungen beim Stiftungsvorgang noch Bescheid gewusst haben. Wie kann also Graf Ulrich mit diesem Bischof von Augsburg verwandt gewesen sein? Seit langem beschäftigt die Forschung die Frage, warum das bescheidene, aber in der mittelalterlichen Sinnbildung bedeutende Denkendorf unter dem ständigen Schutz der Staufer stand? Friedrich (Barbarossa) war nach seiner Rückkehr von seiner ersten Reise ins Heilige Land 1152 zum Grabeswächter des Heiligen Grabes geworden. Bischof Rudolf von Lüttich, ein Freund Friedrichs, war Heilig-Grab-Verehrer wie auch Kardinal Konrad von Urach. Trifft dies ebenfalls für Bischof Walter von Augsburg zu? Denn seine Verwandten, wie zum Beispiel sein Neffe Manegold von Otterswang und dessen Tochter und ihr Ehemann Luithold (1156 dominus de Aichelberg, 1189 Graf von Aichelberg) und spätere Generationen stehen Denkendorf sehr nahe. Mangold von Aichelberg, der Bruder Eginos, Graf von Aichelberg (geb. um 1169, gest. um 1245), und Walters von Aichelberg wird 1233 Propst von Denkendorf, ist Miterbauer der Klosterkirche und regelt den Gütertausch zwischen Denkendorf und Zwiefalten. Die Verbindung der Aichelberger zu Denkendorf und Augsburg kann nur über die Cognation Manegolds von Otterswang zu seinem Onkel Bischof Walter zustande kommen, bzw. über den Großvater Manegolds und Vater Walters, Pfalzgraf Manegold (geb. 1043, gest. 1094). Wenn Bischof Walter im Stifterbild angemalt ist, muss er Beziehungen zur Stifterfamilie haben. Verwandtschaftliche Beziehungen können aber nicht über Luitgard von Beutelsbach vorhanden sein. Da ihr Ehemann bislang unbekannt ist, die Beziehungen zu Walter unerklärbar wären, ist der Ehemann Luitgarts mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Staufer; damit kommt nur Konrad (geb. um 1048/1049, verheiratet ab etwa 1070, gest. nach Herbst 1094, wohl vor Juli 1095) in Frage, sonst wären die Beziehungen zu Denkendorf nicht erklärbar. Konrad kann demnach als das zugleich fehlende Familienmitglied der Württemberger angesehen werden, denn er ist dann zugleich der Ehemann der Luitgart von Beutelsbach, die gleichzeitig Schwester Abt Brunos von Hirsau und Konrads von Beutelsbach ist. Die Ehe Konrads von Staufen mit Luitgart von Beutelsbach muss nach 1070 vollzogen worden sein. Damit wäre Bischof Walter zugleich der Vetter des Herrn Konrad von Württemberg und dadurch der Großonkel seiner Tochter Luitgart, der ersten Frau des Denkendorfer Stifters. Sowohl im Lorscher Codex, wie Alfons Schäfer festgestellt hat, als auch in der Denkendorfer Überlieferung, wird Luitgart als Bertholds Frau bezeichnet. Wenn nun Berthold um 1095 geboren wurde, müsste dies in etwa auch für Luitgart gelten, so daß die Filiation sachlogisch dadurch zu erklären ist, daß Luitgart eine Tochter aus der Ehe Konrads von Württemberg und der Hadelwig ist. Luitgart wäre somit eine Schwester Ludwigs des ersten Grafen von Württemberg und seiner Brüder Emicho und Konrad. Ludwig I. war ja dann auch seit 1139 Vogt des Klosters Denkendorf. Da Berthold nach 1128 eine zweite Ehe mit Sophia, Tochter
Herzog Heinrichs des Schwarzen von Bayern, einging, muss Luitgart
vor 1128 gestorben sein. Sophia selbst ist im Jahre 1141 gestorben.
Da Berthold 1142 in Jerusalem sein Testament verfasst, Bischof Walter jedoch bis
1152 Bischof von Augsburg ist, muss er als Mittler der Erbgüter seiner
Großnichte Luitgart um die Vorgänge in Denkendorf nicht nur gewusst haben,
sondern - wie das Stifterbild offenbart diese zumindest gebilligt haben. Die Verwandtschaft Graf Bertholds von Hohenberg/ Lindenfels zu den Saliern. Es ist sicherlich nicht einfach, für die Jahre vor oder um 1100 Verwandtschaftsgruppen und ihre Identifikationsmuster, Durchsetzung und Behauptung, Persistenz und Wandel bei der Formierung tragender Adelsfamilien oder den Prozess einer "Hausgenese" bis ins Detail herauszuarbeiten. Nach wie vor wird man dabei auf genealogisch-besitzrechtliche Nachweise nicht verzichten können. Es gilt, hier also den Nachweis der salischen Verwandtschaft Bertholds, des Denkendorfer Stifters, zu erbringen. Dies soll am Beispiel der Besitzrechte in Walheim sowie an der Cognation Konrads von Württemberg zu Richenza von Spitzenberg geschehen. Verschiedene Forscher haben Richwara als Tochter Herzog Hermanns IV von Schwaben angesehen, nur weil ihr Sohn, Markgraf Hermann von Baden/Lintburg, den Leitnamen Hermann trug. Dieter Mertens zeigt dagegen auf, daß Richwara die Tochter des jüngeren Konrads II., Herzogs von Kärnten (1036-1039), gewesen ist. Richwara war also die erste Frau Bertholds I., der sich von 1061 bis 1077 Herzog von Kärnten nennt. Sie ist zugleich, nach übereinstimmender Auffassung der Forschung, die Mutter Richenzas von Spitzenberg-Sigmaringen. Diese wiederum schenkt Güter in Walheim an Hirsau. Richenza wird zudem als Verwandte Konrads von Württemberg bezeichnet. Da Konrad II., der jüngere, Besitz in Walheim hatte, Luitgart von Beutelsbach und ihre Brüder Bruno und Konrad einerseits, Richenza von Spitzenberg andererseits Besitzungen in Walheim hatten, Luitgart, Bruno und Konrad über ihren Vater Cuno von Bruchsal mit Richenza von Spitzenberg verwandt sind, so ist dies wohl nur möglich, wenn Cuno von Bruchsal und Richwara Geschwister waren. Wer nun die Frau des Cuno von Bruchsal war, ist bislang nicht bekannt. Betrachtet man die Walheimer Besitzungen und die für Walheim vollzogenen Schenkungen, so kann man erkennen, daß die Klöster Hirsau und Denkendorf bedacht wurden, zuerst natürlich Hirsau. Adalbert von Calw, Graf im Ufgau, schenkt 1049 in Walheim an Hirsau, sein Sohn erneuert 1075 diese Schenkung, namentlich die Kirche; dessen Enkel Adalbert (gest. 1146) macht an Denkendorf eine Schenkung in Walheim, welche von Heinrich V (gest. Mai 1125) von Steuern und Abgaben befreit wurde. Es fällt auf, daß dann um 1160 Bischof Gunter von Speyer (gest. 1163) die Inkorporation der Kirche zu Walheim Hirsau nimmt und auf Denkendorf überträgt. Welchen Grund hatte Bischof Gunter dafür? Liegen hier alte Rechtsansprüche Bertholds, des Stifters von Denkendorf, oder seiner Mutter Luccard vor, die Gunter nun in seinem Bistum vollzog? Handelt es sich um einen Wechsel der Beziehungen zu einer geistlichen Gemeinschaft oder zu anderen Familien oder handelt es sich um Rechte, die der Denkendorfer Stifter über seine erste Frau Luitgart beanspruchte? Bruno von Beutelsbach (seit 1105 Abt in Hirsau) und Konrad von Beutelsbach schenken Walheimer Besitz an Hirsau; Bruno "fügte zu Grötzingen an der Pfinz Äcker und Weinland in den pfinzaufwärts zunächst gelegenen Orten Berghausen und Söllingen hinzu", eben dort, wo der Stifter von Denkendorf, Graf Berthold von Hohenberg/Grötzingen herkommt. Die Hohenberger waren die Grafen des Pfinzgaus. Auf dem Hohenberg (heute Turmberg) über Grötzingen hatte schon Berthold der Ältere seine Stammburg. Alfons Schäfer hat nachgewiesen, daß die Ausgangsbasis der Grafen von Hohenberg, Eigentümer von Grötzingen, im Pfinz- und Ufgau auf dem weißenburgischen Lehen der Salier beruhte. Halten wir also fest. Die bisherigen Ermittlungen fußen auf der Akzeptanz der Erkenntnisse von Dieter Mertens, das Haus Beutelsbach stamme von Cuno von Bruchsal ab. Nur über Cuno kann der Besitz in Walheim an Beutelsbach gelangt sein, ebenso Richenzas Besitz in Walheim über Richwara; ein Teil von Walheim muss Konrad II., dem jüngeren, gehört haben. Die Besitzgeschichte legt nahe, daß Richwara und Cuno Kinder Konrads II. sind. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Konrad II. weitere Kinder hatte. Eine offene Frage bleibt allerdings: Wie wurde der Pfinzgau vererbt? - Bruno von Beutelsbach, seit 1105 Abt in Hirsau, besitzt Güter in Grötzingen. Der Pfinzgau ist mit dem Hauptort in der Hand der Grafen von Hohenberg/Grötzingen/Lindenfels, Vögte von Lorsch. Es ist unklar, ob die Vererbung über einen Sohn oder eine Tochter der Mathilde von Schwaben erfolgte. Wenn Luccard eine Tochter Markgraf Hermanns von Baden/Lintburg wäre, könnte über sie Walheimer Besitz an Denkendorf gelangt sein. Einen anderen Hinweis könnte der Name Mathilde, einer Tochter Luccards, geben, da er auf Verwandtschaft zur herzoglich-schwäbischen und salischen Familie hindeuten könnte; sie hätte dann Güter im Pfinzgau und in Walheim aus salischem Erbe besessen. Einen weiteren Hinweis geben die Erkenntnisse Alfons Schäfers, daß die im Hirsauer Codex genannten vier Grafen Berthold von Eberstein, Adalbert von Staufenberg, Anselm von Forchheim und Burkhart von Staufenberg Brüder sind. Da die Denkendorfer Überlieferung als Eltern eben dieses Burkharts von Staufenberg Berthold und Ita nennt, die in Denkendorf einen Tempel gebaut haben, dürfte klar sein, daß alle vier Grafen Söhne von Berthold und Ita sind. Die Besitzgeschichte zeigt, daß hier vermutlich weitreichende Erbschaftsabfolgen eine Rolle spielten. Otto »von Worms.«, Graf im Pfinzgau (Graf im Worms-, Speyer-, Nahe-, Kraich-, Elsenzgau) hat wohl den Pfinzgau an Konrad I. vererbt. Für Adalbert von Calw, Graf im Zaber- und Murrgau, 1003-1009 Vogt von Lorsch, wird als Vater ein Otto, Graf von Bottwar, angegeben. Seine Herkunft ist bislang keineswegs klar. Würde man ihn, aufgrund möglicher Besitzvererbungen, mit Otto »von Worms« gleichsetzen, wäre naheliegend, daß das im Zabergau liegende Walheim, einst zum Machtbereich Ottos »von Worms« gehörte und Teile davon auf diese Weise an Konrad II., den jüngeren, gelangten. Damit wäre erklärbar, woher die Beutelsbacher einerseits und die Grafen von Calw/Ingersheim andererseits ihre Walheimer Besitzungen und die Pfinzgaugrafen ihr »Amt« als Vögte von Lorsch hätten. Diese Hypothesen ergeben sich vorwiegend aus der Genealogie, sind jedoch besitzrechtlich bislang noch nicht stringent zu beweisen und deshalb noch nicht valide. Wenden wir uns in diesem Zusammenhang kurz noch einmal der
lokalen Maßstabsebene zu, der Gründung Denkendorfs. Erhalten hat sich
unmittelbar vor dem Eingang zur Vorhalle der Denkendorfer Klosterkirche die
Flur- und Lagebezeichnung »Klosterhof« Die Klosterkirche selbst steht im
Volksmund »auf dem Klosterberg«. Direkt neben dem Klosterhof liegt das
Flurstück »der alte Berg«. Vom Klosterhof ins Tal hinunterziehend liegt der
Flurname »im Zwinghof«, auf einen Fronhof, auf einen lokalen
Grundherrschaftsmittelpunkt also hindeutend. Heute noch weisen die baulichen
Überreste, vor allem die an den Lorscher Torbau erinnernde Vorhalle, auf der
die Propstei errichtet wurde, auf Alter und Bedeutung Denkendorfs hin. Bedenkt
man, daß Crusius Denkendorf als vierten Weiler des Reichs bezeichnete,
daß das Haus Beutelsbach und der Stifter von Denkendorf wohl mit den Saliern
als Pfinzgau- und Wormsgaugrafen verwandt waren, daß Bruchsal, Markgröningen
und Grüningen bei Riedlingen Königshöfe waren, daß die Flurnamen in
Denkendorf auf einen befestigten Sitz vor der Klostergründung hindeuten, so ist
wohl nicht von der Hand zu weisen, daß die Gründung des Stifts der Chorherren
zum Heiligen Grab auf einem befestigten Hof, vermutlich auf einem Königshof
erfolgte. Graf Berthold von Hohenberg/Lindenfels und seine erste Frau Luitgard, die Stifter von Denkendorf. Bedenken wir noch einmal die Aussagen des Denkendorfer Stifterbildes. Karl Pfaff schreibt: "Der Papst sitzt auf dem Throne, vor ihm steht zur Linken Graf Berthold von Beutelsbach und dessen Gemahlin, deren Wappen ein Engel hält". Pfaff beschreibt das Wappen nicht, berichtet jedoch, daß der Kreuzgang 1462 vollendet und das Fresko wenig später angebracht wurde. Tatsächlich hat Propst Gutzmann von Ensingen (1467-1477) das Stifterbild anbringen lassen. Die Identifizierung der Stifter durch Pfaff als "Graf Berthold von Beutelsbach und dessen Gemahlin", kann nur aufgrund des Wappens erfolgt sein. Theoretisch bestehen demnach vier Erklärungsmöglichkeiten: Möglichkeit 1: scheidet aufgrund der Besitzgeschichte, aufgrund der württembergischen Vogteirechte seit Ludwig I. sowie aufgrund der Aussagen des Stifterbildes aus. Möglichkeit 2: scheidet aus, da eine Heirat aufgrund zu enger Verwandtschaft nicht möglich gewesen wäre. Möglichkeit 3: wäre gegeben, wenn Werntrud, die Frau Konrads von Beutelsbach, z. B. eine Gräfin von Sulz gewesen wäre, somit eine nahe Verwandte des Denkendorfer Stifters. Meinrad Schaab hat versucht nachzuweisen, daß Werntrud, die Frau Konrads von Beutelsbach, eine Gräfin von Sulz ist; er sieht die Grafen von Sulz im "Gefolge der Salier und Staufer". Er bezieht sich dabei auf zwei Spitzenzeugen in der vor 1120 ausgestellten Versorgungsurkunde für Werntrud, Adelwig und Arnolt von Nidlingen, die er als Grafen von Sulz erkannt hat. Da in der Zeugenliste nach ihnen Adalbertus und Birthilo von Bernhausen folgen, sind verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Sulz-Bernhausen-Staufenberg abzulesen. Schaab legt die Zusammenhänge zwischen den Sulzern und den Staufenbergern klar. Schließlich führt er auch bestätigend aus, daß Berthold von Hohenberg-Grötzingen Lorscher Vogt war und die Burg Lindenfels im Odenwald besessen hat und daß Graf Egino von Vaihingen Bertholds cognat gewesen ist. Schaab vermutet außerdem, daß Hadewig, die Gemahlin Egberts, der zur Familie der Vögte von Speyer gehört, ebenfalls eine Staufenbergerin ist. Sie kann dann aber nur eine Tochter des Grafen Burghard von Staufenberg gewesen sein. Rolf Deuschle und Herbert Raisch haben nachgewiesen, weshalb Hadewig eine Schwester Bertholds des Älteren sein muss. In der Testamentsausfertigung des Denkendorfer Stifters im April 1142 in Jerusalem tritt Arnold von Speyer als Zeuge auf. Er war ohne Zweifel ein Verwandter des Stifters und als solcher ist Arnold als Sohn Egberts und Hadewigs, gleichzeitig als Bruder Egberts des Jüngeren anzusehen. Der Name Arnold deutet auch hier wieder auf die Grafen von Sulz als nächsten Verwandten der Staufenberger hin, die man auch im Kloster Zwiefalten findet. Die vier Grafen von Staufenberg, Berthold, Burghard, Adalbert und Anselm, müssen demnach eine Schwester unbekannten Namens gehabt haben, die mit Alwig von Sulz verheiratet war. Es liegt deshalb nahe, Werntrud, die Frau Konrads von Beutelsbach-Württemberg, als Tochter des Grafen Alwig von Sulz und dieser unbekannten Staufenbergerin anzusehen. Werntrud wäre dann gleichzeitig die Schwester der Grafen Adelwig und Arnold von Sulz. Somit bestünden verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Werntrud von Beutelsbach und Berthold, dem Stifter von Denkendorf. Damit wäre erklärbar, warum im Stifterbild von Denkendorf Berthold als Graf von Beutelsbach bezeichnet wurde. Der in der Markgröninger Urkunde von 1139 nur als Ludwig genannte Vogt von Denkendorf kann also nur Graf Ludwig I. von Württemberg sein als Neffe der Werntrud und Schwager des Stifters. Möglichkeit 4: Wie oben dargestellt, muss man annehmen, daß Luitgart eine Tochter aus der Ehe Konrads mit Hadewig ist, so daß ihre Großmutter Luitgart von Beutelsbach war. Sollte der Ehemann Luitgarts von Beutelsbach tatsächlich Konrad von Staufen sein, würde das nicht nur die Verwandtschaft mit Richenza von Spitzenberg, sondern auch den Namen Ludwig bei den Württembergern erklären. Wenn die Ehe Luitgards mit Konrad von Staufen um 1065/70 erfolgte, wäre Konrad der Jüngere um 1070 geboren. Beim Abschluss des Bempflinger Vertrags um 1090, in dem die Gründer von Kloster Zwiefalten, die Brüder Kuno und Luithold von Achalm, die Ansprüche ihres Neffen, des Grafen Werner von Grüningen, durch Abfindung beseitigen, wäre demnach Konrad der Jüngere etwa 20 Jahre alt gewesen. Da der jüngere Konrad cognatus Richenzas von Spitzenberg ist, handelt es sich bei der Zeugnisleistung des Konrad von Württemberg um den älteren Konrad von Beutelsbach, theoretisch könnte es sich aber auch um Konrad, den mutmaßlichen Ehemann der Luitgard, handeln. Konrad ist der zweite Zeuge; vor ihm kommt Burkhart von Wittlingen, nach ihm folgen dann die Herren von Metzingen, ein Marquart von Grüningen, Herren von Remmingsheim, Reutlingen, Pfullingen, Schlaitdorf, Bernhausen und Lindorf. Am 2. Mai 1092 erscheint dann Konrad der Ältere in Ulm auf
der Versammlung der Kaiser Heinrich IV feindlich gesinnten
päpstlich-zähringisch-welfischen Partei. Hieraus erklärt sich,
warum Adalbert, Bischof von Worms, 1083 die Burgkapelle auf dem Rotenberg
weihte: Bischof Otto von Konstanz war vom Papst gebannt. Wichtig
ist in diesem Zusammenhang auch die Schaffhausener Urkunde von 1092, im übrigen
die einzige Originalurkunde, in welcher der Name Wirtinsberk zuerst genannt
ist. Als Zeugen der Schenkung Werners von Kirchheim und seiner
Mutter Richenza von Spitzenberg erscheinen nach den fünf Grafen von Kirchberg,
Gerhausen, Tübingen, Kräheneck und Altshausen "viele andere größere und
geringere" und zwar als erster Conradus de Wirtinsberk, dann Herren von
Rohrdorf, Stubersheim, Gögglingen, Heudorf und Ennabeuren. Hier sind also Stand
und Rang Konrads genannt, er folgt nach den Grafen als erster unter den
Herren. Dabei handelt es sich um Konrad den Jüngeren, den Neffen Konrads von
Beutelsbach, cognat Richenzas von Spitzenberg. Konrad der
Jüngere ist 1092 etwa 22 Jahre alt, beim Tode Konrads von Staufen also etwa 24
Jahre alt gewesen. Durch den Tod Konrads von Staufen hätte die Familie eine
Krise erlebt, so daß nun der ältere Konrad als Onkel hervortritt, um mit
seinem einzigen legitimen Erben zu dieser Zeit noch zusammenzuwirken.
Auf diese Weise wäre die enge Verbindung Denkendorf-Württemberg in Stiftung,
Besitzgeschichte, Tradition und Überlieferung erklärbar. In diesen
Zusammenhang gehört sicherlich die Intervention des Conradus de Wirdineherch
bei Kaiser Heinrich V. zugunsten St. Blasiens im Jahre 1122 und
die Sicherung von Besitzungen in Walheim für Denkendorf durch Heinrich V. vor
1125. Es sieht so aus, als gehöre die Gründung des Chorherrenstifts zum
Heiligen Grab zu Denkendorf in den größeren Zusammenhang der von
Dieter Mertens festgestellten Umorientierungsprozesse im Zuge des
»Aufbruchs des Mönchtums« und des »Aufbruchs des Adels«. Graf Berthold von Hohenberg/Lindenfels und seine zweite Frau, Sophia von Bayern. Bislang hat die Herkunft Sophias, der zweiten Frau des Denkendorfer Stifters, mehrere Deutungen erfahren, so zum Beispiel als Frau Bertholds von Sperberseck, der eine Sophia aus dem Heiligen Land mitgebracht habe oder als Angehörige der Familie des Remstalgrafen Poppo/Berg. Die Florentinischen Stammtafeln bieten folgende Angabe: Leopoldus dux Bavariae a Conrado 3 Imperatori, obiit 1141 Sophia filia Henrici Nigri Welphonis, vidiia Berchtoldi, Ducis Zaeringiae. Damit deckt sich die Denkendorfer Überlieferung. Diese gibt zunächst an, Berthold und seine Frau Luitgart, sowie als zweite Frau Bertholds, Sophia, die Tochter Heinrichs des Schwarzen von Bayern. Berthold ist um 1090 geboren worden, er starb im Jahre 1142 auf der Rückkehr aus dem Heiligen Land in Bozen. Seine erste Frau Luitgart wurde um 1097 geboren und starb vor 1129. Die Ehe Bertholds mit Luitgart muss um 1117/20 geschlossen worden sein. Luitgart ist also mit 30-32 Jahren vor ihrem Vater Konrad gestorben. Die Denkendorfer Überlieferung vermerkt, Berthold habe ohne männlichen Leibeserben eine Pilgerfahrt nach Jerusalem unternommen und nach seiner Rückkehr das Kloster gestiftet. Schenkt man dem Freiheitsbrief Heinrichs V. (gest. Mai 1125) für die Güter in Walheim Glauben, muss bei Berthold die Intention, ein Kloster in Denkendorf zu stiften und Güter dafür zu sammeln einige Zeit vor Mai 1125 vorhanden gewesen sein. Da der Orden zum Heiligen Grab in Jerusalem im Jahre 1116 gegründet wurde, kann der Stiftsgedanke für Denkendorf zwischen 1116 und 1124 entstanden sein. Wahrscheinlich erfolgte die erste Reise Bertholds ins Heilige Land 1124, auf jeden Fall zu einer Zeit, als Luitgart noch lebte. Im Testament Bertholds von 1142 sind weder Luitgart noch Sophia erwähnt, weil beide nicht mehr lebten. Da Luitgart offenbar ohne Erben war, trat der Erbfall nicht ein. Das, was sie hätte beanspruchen können, fiel ihren Brüdern zu, insbesondere Ludwig I. von Württemberg, dem ersten Vogt von Denkendorf; im übrigen konnte Ludwig, ein staufischer Parteigänger, den Grafentitel führen, weil ja offensichtlich sein Großvater Konrad ein Staufer war. Welche Bedeutung hatte nun Sophia, die zweite Frau Graf Bertholds, Tochter Heinrichs von Bayern? - Sophia war in erster Ehe mit Herzog Berthold III. von Zähringen verheiratet, der am 3. März 1122 - wohl noch recht jung - in Molsheim/Elsaß in einen Hinterhalt gelockt und ermordet wurde. Sophia muss damals ebenfalls noch jung, etwa 22 Jahre alt, gewesen sein. Man war nun immer davon ausgegangen, die Ehe sei kinderlos gewesen. Sophia ging dann mit Markgraf Leopold von der Steiermark bald nach 1122 eine zweite Ehe ein und hatte Kinder mit ihm. Leopold starb am 24. Oktober 1129. Sophia ging danach eine dritte Ehe ein mit Berthold, dem Stifter Denkendorfs. Aus den genannten Fakten lassen sich für Berthold und Sophia folgende Lebensdaten ableiten: Berthold, Graf von Hohenberg/Lindenfels Sophia von Bayern, Tochter Heinrichs des Schwarzen Betrachtet man nun besitzgeschichtlich das Umfeld der Filiationen und Erbgänge nicht nur auf lokaler, sondern auf regionaler und überregionaler Maßstabsebene, so fällt auf, daß die Grafen von Aichelberg mit Luithold (geb. 1142 - 1156 dominus de Aichelberg, 1189 Graf von Aichelberg) anscheinend "aus dem Nichts2 erscheinen. Luitholds Mutter war Judith, verheiratet mit Egino von Zollern/Urach. Von den Grafen von Urach kann der Aichelberger Besitz nicht stammen, da er zum alten zähringischen Hausgut gehört; also muss er von Judiths Seite kommen. Die Limburg bei Weilheim ist 1076 erwähnt. Berthold I. (geb. 1024) ist dort gestorben. Berthold II. löste nach der Zerstörung von Burg und Kloster die Propstei St. Peter auf, verlegte sie in den Schwarzwald und seinen Sitz noch vor 1100 in den Breisgau. Judith wird von Bucelin, dem Weingartener Mönch und »Hausgenealogen« der Zähringer, als erstgeborenes Kind Herzog Konrads von Zähringen angeführt. Würde dies stimmen, so hätte Judith um 1142 als Erbschaft am Rande des Zähringergebiets einen Teil erhalten. Betrachtet man jedoch die Besitzgeschichte, so hat man den Eindruck, daß die Grafschaft Aichelberg mit Weilheim aus dem zähringischen Herrschaftsraum »herausgeschnitten« wurde. Dieses Gebiet liegt ja nun am Rande der Interessenssphäre der Zähringer, ist weder strategisch - wenn man die damaligen »Verkehrsachsen« und die Territorialgenese betrachtet, - noch vom damaligen »Wirtschaftspotential« aus gesehen, interessant für die Zähringer. Man fragt sich nun, warum sich die Aichelberger immer wieder für Denkendorf einsetzen, Mangold von Aichelberg 1233 Propst in Denkendorf wird, die Klosterkirche anscheinend zu bauen beginnt und das bedeutende Tauschgeschäft mit dem Kloster Zwiefalten durchführt, und weshalb die späteren Aichelberger als Hauptschenker für Denkendorf auftreten? Die angeführten historischen Vorgänge wären wohl stringenter zu erklären, wenn das von Bucelin erstgenannte Kind Judith nicht die Tochter Konrads, sondern die Tochter seines 1122 ermordeten Bruders Berthold III. von Zähringen und seiner Frau Sophia gewesen wäre. Wäre nämlich Sophia beim Tode ihres ersten Mannes Berthold schwanger gewesen und hätte sie ein Mädchen geboren, wäre der von Berthold III. ausgehende Erbgang nicht unterbrochen worden, allerdings rückte dann Konrad von Zähringen an die erste Stelle. Sophias zweiter Ehemann, Leopold von der Steiermark, und ihr dritter Ehemann, Berthold von Hohenberg/Lindenfels, der Stifter Denkendorfs, hätten trotzdem das Sorgerecht für die 1122 geborene Judith ausüben können. Judith heiratet 1142 Egino von Zollern/Urach. Haben dann Berthold und Sophia vor 1141/42 darauf gedrungen, daß Judith Erbanteile erhält? Auf diese Weise wäre die Entstehung der Grafschaft Aichelberg durchaus erklärbar, aber auch die enge Beziehung zwischen den Aichelbergern und Denkendorf. Der gesamte Fragenkomplex zeigt, daß sich die Forschungen zu diesen historischen Prozessen erst am Anfang befinden.
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