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Der Heilige Pelagius in Denkendorf Von Rolf Deuschle Pelagius wurde als bekennender Christ am 28. August 282 oder 284 n. Chr. unter dem römischen Kaiser Numerian in Aemona, dem heutigen Novigrad (?, in Kroatien) zu Tode gemartert. Der Legende nach stammte er von Almona in Istrien. Er ist nicht mit anderen Heiligen desselben Namens zu verwechseln. Bischof Salomon III. von Konstanz hatte Gebeine von Pelagius von einer Bußfahrt nach Rom vermutlich im Jahre 917 nach Konstanz gebracht, andere Reliquien übergab er dem Stift in Bischofszell im Schweizer Kanton Thurgau, das nach Pelagius benannt wurde. Die besondere Ehre, die Salomon dem Heiligen nach der glücklichen Überbringung seiner Gebeine nach Konstanz erwies, bestand offensichtlich darin, dass er ihn neben Maria, der seit dem Jahr 615 bezeugten Patronin der Ecclesia urbis Constantiae, zum Patron seines "Münsters" und der gesamten Diözese Konstanz erhob. Für Denkendorf ist Pelagius erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1191 belegt, dort heißt es "conventus St. Pelagii Denkendorfensis". Sicherlich bestand das Patrozinium genauso für die Vorgängerkirchen in Denkendorf, da sich Patrozinien sehr persistent tradieren. Pelagius wäre dann also übernommen worden von der 1020 erbauten Holzkirche auf die 1050/1060 erbaute Steinkirche und dann auf die im Jahre 1196 begonnene heutige Pelagiuskirche. Es fällt auf, dass in Konstanz wie in Denkendorf die Kombination von Marien-, Pelagius- und Heilig-Kreuz-Patrozinium auftritt. Wie bereits oben ausgeführt, stehen die Pelagius-Reliquie und das Patrozinium höchstwahrscheinlich in engem Zusammenhang mit dem Streit zwischen Bischof Salomon III. von Konstanz und den beiden Kammerboten Erchanger und Berchthold, die 917 im Streit um das Herzogtum Schwaben, das die beiden Ahalolfinger Bertholdsangehörigen aufgeben mußten, hingerichtet wurden. So ist es naheliegend, dass solche gravierenden Einschnitte in einer Familientradition im Mittelalter durchaus über zweihundert Jahre tradiert wurden und dass ein Angehöriger oder eine Angehörige dieser Familie ganz bewusst dieses Patrozinium gewählt haben, als sie um 1020 in Denkendorf einen "Tempel" errichteten. Denkendorf ist nach Konstanz die zweitälteste bekannte Pelagiuskirche in Schwaben. Bekannt sind außerdem die Pelagiuskirchen in Rottweil (mit schönen Fresken aus dem Leben des Hl. Pelagius), Blochingen bei Saulgau, Darmsheim bei Böblingen, Nufringen, Rheinstetten bei Biberach, Altdorf bei Horb. Bemerkenswert sind außerdem die Pelagiusaltäre in Alpirsbach, Zwiefalten und Blaubeuren. - In Denkendorf war übrigens der 28. August als Jahrtag des Heiligen ein Zahlungsziel für die Untertanen des Klosters. Schon seit dem 9. Jahrhundert wurde die Pelagius-Reliquie im Konstanzer Münster als "Heiltum" verehrt, so dass die Gläubigen - angezogen von der Wunderkraft der Reliquie - nach Konstanz pilgerten. Auch in Denkendorf wurde die Pelagiusreliquie als "Heiltum" verehrt; es wird ausdrücklich berichtet, Propst Baustetten habe im Jahre 1467 das Kloster verlassen und das "Heiltum" mitgenommen". Die Wallfahrt zum heiligen Pelagius war auch in Denkendorf immer bekannt. Heute wissen wir, dass das Denkendorfer "Heiltum" im originalen Kreuzreliquiar im Stuttgarter Landesmuseum auf der Rückseite eingelassen war, denn dort befindet sich in einem leinen Säckchen eingenäht ein Fingernagel großes Stück eines Schädelknochens. |
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