Predigt für den 10. Sonntag nach Trinitatis / Israelsonntag, 15. August 2004

Römer 11,25-32

Pfarrer Dr. Michael Volkmann, Klosterhof 5, 73770 Denkendorf

 

Hinführung

 

Der Israelsonntag hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Bedeutungswandel erfahren. War er früher Gedenktag der Tempelzerstörung, so ist er heute ein Tag, an dem die Verbundenheit von Christen und Juden bedacht wird. Der veränderte Inhalt dieses Sonntags folgt aus der fundamentalen Umkehr der Kirche im Verhältnis zum Judentum, wie sie für die EKD in den Studien „Christen und Juden I-III“ (Gütersloh 1975, 1991 und 2000) dokumentiert ist. Grundlage dieser Umkehr ist eine nicht mehr gegen Juden voreingenommene Lektüre der Bibel, vor allem der drei „Israelkapitel“ des Paulus in Römer 9-11.

 

Unser heutiger Predigttext ist also Kerntext der christlichen Neuorientierung im Verhältnis zum Judentum. Als solcher ist er lange ignoriert worden. Mitten im Zweiten Weltkrieg, als die Nazis daran gingen, die Judenheit Europas zu vernichten, wurde die Bedeutung dieser Kapitel allen voran von Karl Barth wieder entdeckt.

 

Der Berliner Neutestamentler Peter von der Osten-Sacken schreibt: „Juden und Christen sind, was ihre ‚urzeitliche’ Herkunft und ihre endzeitliche Zukunft angeht, eine Religion. Sie sind gegenwärtig, ihren geschichtlichen Manifestationen nach, zwei Religionen“. In Römer 11,25-32 beschreibt Paulus, wie eng ihre Wege mit einander verschlungen sind und wie sie zum Ziel führen. Leitend ist für ihn Gottes Treue beiden, der Kirche und Israel, gegenüber. Der gegenwärtigen Spaltung stellt der Apostel ein „Geheimnis“ entgegen, das Gottes Erbarmen für alle Menschen offenbart.

 

In der EKD-Studie „Christen und Juden III“ heißt es (S. 60): „‘Gott hat sein Volk nicht verstoßen’ (Röm 11,1). Diese Einsicht lässt uns - mit dem Apostel Paulus - darauf vertrauen, Gott werde sein Volk die Vollendung seines Heils schauen lassen. Es bedarf dazu unseres missionarischen Wirkens nicht.“

 

Meine genau am biblischen Text orientierte Auslegung des Predigttextes kommt zu dem selben Schluss. Die Beispiele am Beginn und am Schluss der Predigt zeigen, dass es bei aller Theologie, die dazwischen entfaltet wird, um Menschen und ihr Schicksal und darum, wie wir uns zu ihnen stellen, geht. Paulus lässt seinem Geheimnis eine Ermahnung an alle „Heidenchristen“ voraus gehen sich nicht über die Juden zu erheben. Darum wird aus Gottes Treue zu Israel als wichtigste Folgerung für das Verhalten von uns Christen der Respekt gegenüber Juden betont - gegenüber ihnen als Menschen, von denen die meisten bei uns Neueinwanderer sind, und gegenüber ihrer Religion, gerade wenn sie selbst nicht viel von ihr wissen.

 

Die Gliederung nimmt drei wichtige Aussagen des Apostels auf:

1. Gott ist treu (V. 29; vgl. Psalm 146,6)

2. Ganz Israel wird gerettet werden (V. 26)

3. Gott will sich aller erbarmen (V. 32)

Neben dem „Dass“ der Erlösung Israels wird das „Wie“ thematisiert, bei dem nicht nur Ausschlag gebend ist, was Paulus schreibt, sondern auch, was er nicht schreibt. Letztlich bleibt ein Teil des Geheimnisses verborgen, bis Gott selbst die Erlösung herbeiführt. Die Predigt enthält sich aller Zukunftsspekulation und legt den Akzent auf die heilsame Auswirkung von Israels Haltung auf uns Christen aus der Völkerwelt und auf unsere Dankbarkeit, die wir preisend im Lied nach der Predigt zum Ausdruck bringen.

 

Liebe Gemeinde,

 

vor 70 Jahren beschloss in einem mutigen Akt gläubigen Widerstandes gegen das Naziregime die Bekenntnissynode von Barmen das wichtigste Bekenntnis des Protestantismus seit dem Jahrhundert der Reformation, die so genannte Barmer Erklärung. Im Jahr 1934 schwieg diese Erklärung aber zum Schicksal der Juden in Nazideutschland. Bei der positiven Würdigung, die ihr gebührt, ist sie daher auch ein Dokument christlicher „Israelvergessenheit“. Mit ihrem Aufstieg zu weltlicher Macht hatte die Christenheit Israel an den Rand gedrängt, enteignet und tot gesagt. Martin Luther stellte die Juden auf die Seite des Bösen. Als Christ ging man ihnen aus dem Weg. Die Bekennende Kirche tat, was unter Christen immer üblich war.

 

Vor 40 Jahren nahm das II. Vatikanum den Entwurf der Erklärung „Nostra Aetate“ an. „Nostra Aetate“ hat die Kapitel 9 bis 11 des Römerbriefes zur Grundlage. Es war dies das erste Mal, dass eine christliche Kirche die umfassende Bedeutung dieses Bibeltextes anerkannt hat. In ihm wird das Verhältnis von Christen und Juden so tief und umfassend bestimmt wie in keinem anderen Bibeltext. „Nostra Aetate“ ist der Wendepunkt in der zweitausendjährigen Geschichte der Christen mit den Juden.

 

Wie ist dieser Umschwung zum Guten zu erklären? Zwischen den beiden Daten liegen zwei gewaltige Erschütterungen für die ganze Welt, besonders aber für die Menschen, die aus dem Glauben der Bibel leben. Die eine Erschütterung ist die Vernichtung der europäischen Judenheit durch die Nazis und ihre Helfer und die Erkenntnis, wie sehr die Kirchen Europas in Hass und Schuld verstrickt waren. Die zweite ist die Gründung des Staates Israel, die nach 1.900 Jahren des Exils aller Welt und besonders den Christen gezeigt hat: das Volk Israel lebt!

 

Seither haben immer mehr Christen erkannt, dass sie sich von den verhängnisvollen Irrwegen des Judenhasses abwenden und die Bibel, vor allem das Alte Testament, und die Beziehung zu Juden ganz neu erschließen müssen. Sie machen dabei die Entdeckung, dass bereits Paulus die Christen vor diesem Irrweg gewarnt hat. Darum geht es in unserem Predigttext um die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft; es geht um die Rettung der ganzen Welt; es geht um die Juden als lebendige Menschen und um die Seele des Christentums.

 

„Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen“, beginnt der Apostel wie ein Prophet. Mit „Brüder“ meint er die Christen in Rom. Sie stehen für alle Christen, die aus den Völkern der Welt zur Kirche hinzu gekommen sind, so wie wir selbst. Mit der Ankündigung, ein Geheimnis zu offenbaren, macht er uns neugierig. Es scheint, dass nach zweitausend Jahren nur noch wenige Christen dieses Geheimnis kennen.

 

1. Gott ist treu

 

Drei wichtige Dinge sagt Paulus in unserem Abschnitt. Das erste ist: Gott hält Treue in Ewigkeit. Seine „Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen“.

 

Diese Aussage ist für uns heute besonders wichtig. Gott ist der Kirche und den Christen treu auch nach ihrem Versagen in der Zeit der Judenvernichtung -: ein überwältigendes Versprechen, unerklärlich nach dem Maßstab der Gerechtigkeit, verständlich nur aus Gottes großer Barmherzigkeit!

 

Paulus aber hat Gottes Treue zu seinem erwählten Volk Israel im Blick. In den ersten Kapiteln des Römerbriefes verkämpft sich der Apostel für eine Öffnung der Kirche auf alle hin, die an Jesus Christus glauben, ob sie nun zum erwählten Gottesvolk Israel gehören oder zu den Völkern der Welt. Damit provoziert er die Frage: Was ist dann mit den Juden, die nicht an Christus glauben? Sind sie von Gott verworfen? - Das sei ferne! antwortet Paulus. „Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“ Gleich im 9. Kapitel zählt er die Gaben auf, die Gott Israel verliehen hat: den Ehrennamen Israel = Gottesstreiter, die Kindschaft, die Herrlichkeit, die Bundesschlüsse, die Gesetzgebung, den Gottesdienst, die Verheißungen, die Erzväter und die leibliche Abstammung Christi. Dies alles gehört Israel. Schon dieser Einstieg in die drei Israelkapitel des Römerbriefes macht uns nachdenklich. Uns sind ja diese Dinge auch unverzichtbar wichtig. Hier erfahren wir: sie gehören den Juden, nicht uns. Dass wir Anteil an ihnen haben, verdanken wir Jesus Christus.

 

In der Aufzählung des Paulus fehlt der Glaube an Christus. Ihn lehnt das Volk Israel ab. Der Apostel sagt, dass ihn das unendlich schmerzt. Doch er kann es nicht ändern. Die, denen das Evangelium zuerst gilt, lehnen es ab. Macht dies aber nicht die christliche Verkündigung, macht es nicht Gott selbst unglaubwürdig? Nein, sagt Paulus, Gott bleibt seinen Bundesschlüssen und Verheißungen treu. Er ist der Kirche treu. Und er bleibt Israel treu. Er weiß den Weg zum Heil für jeden von beiden.

 

2. Ganz Israel wird errettet werden

 

So kommt Paulus zu seinem zweiten wichtigen Anliegen: „Ganz Israel wird gerettet werden.“ Nicht nur der kleine Teil, der sich zum Glauben an Jesus Christus bekehrt hat und zur Kirche aus Juden und Heiden hinzu gestoßen ist, sondern auch der weitaus größere Teil, der dem Mosebund treu bleibt und das Evangelium ablehnt. Hier spricht Paulus die Sprache der jüdischen Rabbinen. Denn auch im Talmud heißt es: Ganz Israel hat Anteil an der kommenden Welt. Hier wird der Apostel wirklich „den Juden ein Jude“, wie er den Korinthern geschrieben hat.

 

Aber nicht nur das „Dass“ der Errettung ganz Israels, sondern auch das „Wie“ beschreibt er mit jüdischen Worten: „Wie geschrieben steht: Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“ Paulus zitiert dies aus den Propheten Jesaja und Jeremia. Doch Jesaja kündet nicht vom Erlöser aus Zion, sondern vom Erlöser für Zion. Paulus wechselt die Perspektive. Für ihn ist Zion die Mitte zur Erlösung der ganzen Welt und die Rettung Israels das Ziel des göttlichen Erbarmens.

 

3. Gott will sich aller erbarmen

 

Damit kommt die dritte wichtige Sache in den Blick: „Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.“ Gott gibt niemanden verloren. Schon gar nicht Israel, das er sich zuerst erwählt hat. Der Schöpfer des Alls, dem die Erde gehört mit allem, was in ihr ist, will auch der Erlöser aller sein. Dies ist das Ziel des ganzen verwickelten Geschehens.

 

Versuchen wir uns klar zu machen, wie eng nach Paulus unser christlicher Weg mit dem jüdischen verschlungen ist. Zuerst nennt uns Paulus den Grund, warum Israel das Evangelium nicht annehmen kann: „Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist.“ Paulus sagt mit diesen Worten: die Juden entscheiden nicht selbst, Gott hat für sie entschieden, er hat sie verstockt, sie können die Predigt des Evangeliums gar nicht annehmen.

 

Für Juden ist eine solche Deutung eine Zumutung. Der Pharao zur Zeit des Mose war verstockt - aber Israel selbst?! Hier ist Paulus nicht mehr „den Juden ein Jude“. Doch was er sagt, entlastet Israel: es hat eine Rolle in einem göttlichen Plan zu übernehmen. Und: die Verstockung ist befristet, „bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist“ und bis aus Zion der Erlöser kommt, - also bis zum Ende dieser Weltzeit.

 

Was bedeutet dies? Gott legt eine neue Reihenfolge fest. Die Juden, denen das Evangelium zuerst galt, werden nun, da sie es nicht angenommen haben, zurückgestellt und die Völker werden vorgezogen, bis ihre Vollzahl „eingekehrt“ ist. Die jüdische Ablehnung der christlichen Botschaft hat also heilsame Folgen für die ganze Völkerwelt. Sie hat einen tiefen Sinn, den Paulus als göttliches Geheimnis offenbart und den die, die sich selbst für klug halten, nicht erkennen können.

 

Paulus beschreibt das Verhältnis der Juden zu Gott so: „Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.“ Die feindliche Beziehung ist beschränkt auf das Evangelium, sie gilt nicht einmal den Christen persönlich, sondern besteht „um euretwillen“, also der Christenheit aus den Völkern zum Guten. Überboten wird sie aber von Gottes Liebe zu Israel, seinem erwählten Volk, die ungebrochen ist um der Erzväter willen.

 

Dies ist für uns Christen eine besonders wichtige Aussage: Das Volk Israel war, ist und bleibt von Gott geliebt, so wie es ist und wie es sein und bleiben möchte. Wenn wir über Juden reden, reden wir über Gottes Geliebte. Allein das ist Grund genug, dass wir mit Respekt über sie reden.

 

Es gibt noch einen weiteren Grund: unser Verschlungen sein ineinander. Paulus beschreibt es so: „Denn wir ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen.“ Ein komplizierter Gedankengang, weil die Sache selbst alles andere als einfach ist!

 

Paulus erinnert die Christen aus den Völkern an ihre heidnische Herkunft. Jetzt habt ihr Barmherzigkeit erlangt, sagt er, aber nur weil die Juden das Evangelium mehrheitlich ablehnen. Wegen ihres „Ungehorsams“ nimmt das Evangelium den Umweg durch die ganze Völkerwelt. Umgekehrt führt Paulus den jüdischen Ungehorsam gerade darauf zurück, dass gerade Menschen aus der Völkerwelt in großen Scharen Christen werden. So ist eine große Spaltung entstanden zwischen den Juden, die um jeden Preis ihrem Gottesbund treu bleiben wollen, und uns Christen, die wir allein durch unseren Glauben an Jesus Christus Zugang zu Gott haben.

 

Diese Spaltung ist entstanden, sagt Paulus, damit auch die Juden Barmherzigkeit erlangen. Israels Rettung ist das Ziel dieses verschlungenen Prozesses. Paulus erwartet sie auch „jetzt“. Er glaubt, dass die Erlösung unmittelbar bevor steht. Die Frage ist nicht, ob Paulus sich da in der Zeit geirrt hat, sondern ob wir Christen begreifen: die Juden stehen nicht fern vom Heil, sondern unmittelbar vor ihrer Erlösung.

 

In diesem Zusammenhang ist interessant, wovon Paulus nicht spricht. Er spricht nicht von einer Bekehrung der Juden zum Christentum. Er schreibt der Kirche keinerlei Funktion bei der Erlösung Israels zu. Er schweigt sogar im ganzen Kapitel Römer 11 von Jesus Christus. Stattdessen spricht er mehr als ein Dutzend mal von Gott. Und er mahnt die Christen kurz vor unserem Abschnitt eindringlich davor, sich über die Juden zu überheben. Hier ist uns also Bescheidenheit angeraten.

 

Liebe Gemeinde, statt nur über Juden zu reden täte es uns gut, auch mit ihnen Kontakt zu haben. Das ist nicht einfach, weil hier in Württemberg ein Jude auf neunhundert evangelische Christen kommt. Inzwischen leben aber in jedem Landkreis einige jüdische Einwanderer aus Osteuropa. Die jüdische Gemeinde in Stuttgart, die lange die einzige in Württemberg war, baut daher in größeren Städten Außenstellen auf. Wenn wir Juden begegnen, erwarten sie von uns vor allem Respekt. Respekt vor ihnen als Menschen, Respekt vor ihrer ostjüdischen Herkunft, Respekt vor ihrem jüdischen Glauben, auch wenn sie selbst noch viel über ihren Glauben lernen müssen. Und wenn wir etwas für diese Menschen tun wollen, so mag uns Vorbild sein, was Paulus in Römer 15 schreibt: „Christus ist ein Diener der Juden geworden ..., die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen“.

 

Amen.

 

 

Lied nach der Predigt: EG 502,1-5 Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit

 

Fürbitten

 

Herr, unser Gott und Gott Israels,

wir bitten dich an diesem Tag besonders für dein erwähltes und geliebtes Volk.

Gib, dass Juden überall auf der Welt in Frieden leben können.

Wehre allem Judenhass und allen tätlichen Angriffen gegen Juden und jüdisches Gut.

Erfülle die Menschheit mit Dankbarkeit und Respekt gegenüber den Juden.

Schenke allen Menschen die Erkenntnis,

dass dein Heil und dein Segen durch dieses Volk allen Völkern zu Gute kommen sollen.

 

Wir bitten dich:

Lass dein Volk leben und wachsen im Land deiner Verheißung.

Schenke ihm, dass es in Frieden mit seinen palästinensischen Nachbarn leben kann.

Bringe denen, die auf beiden Seiten ihr Vertrauen in Gewalt setzen, zur Einsicht,

dass nur ein Kompromiss und eine Teilung des Landes zwischen den beiden Völkern

Leben für beide ermöglicht.

Wecke in den Todesfanatikern wieder die Liebe zum Leben.

Segne alle Menschen, die sich um Frieden mühen.

Bewahre uns vor Hartherzigkeit und Verurteilungen

und erhalte in uns die Fähigkeit, mit den Leidenden mitzufühlen.

 

Wir bitten dich:

Fördere die Eingliederung der jüdischen Einwanderer in unsere Gesellschaft

und in die jüdischen Gemeinden hier zu Lande.

Lass sie bei uns Sicherheit und Gleichberechtigung finden.

Verleihe uns Sensibilität und Respekt im Umgang mit ihnen.

Erwecke und stärke die Liebe zu deinen heiligen Weisungen in deinem Volk,

dass es überall als Licht der Völker wahrgenommen wird.

 

Schenke uns allen, Christen und Juden, ein offenes Ohr für dein Wort

und lass daraus das Tun deines Willens erwachsen

zum Segen für die Menschheit.

 

Amen.

 

Vorschlag für ein Eingangsgebet

(aus: Israel-Gedenken im evangelischen Gottesdienst, hrsg. vom Kirchenamt der EKD und vom Lutherischen Kirchenamt der VELKD, Hannover 1993, S. 51):

 

Allmächtiger, barmherziger Gott,

du hast dir das Volk Israel zum Eigentum erwählt,

und in ihm Jesus Christus Mensch werden lassen.

Sieh an dein Volk; gib uns mit ihm deinen Frieden

und lass einst alle Menschen dich ehren und loben

als ein heiliges Volk.

Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Amen.