|
| |
Zurück zum Bereich V: Christen und
Juden
Zurück zur Arbeitsgruppe "Wege zum
Verständnis des Judentums"
Zurück zur
Seite: Das Gespräch zwischen Christen und Juden in der Fortbildungsstätte
Kloster Denkendorf - ein Rückblick auf die ersten Jahre
Die jüdischen Lehrer
in der
Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf
Überblick:
Aktuell: Neue
Lehrer- erstmals bei den Toralernwochen in Denkendorf 2008
1. Die derzeitigen jüdischen
Lehrer und Lehrerinnen
2. Die früheren jüdischen Lehrer und Lehrerinnen
3. Zusammenstellung:
Denkendorfer Toralernwochen - Beteiligte jüdische Lehrer 1978-2008 (pdf-Datei)
4. Zusammenstellung:
Themen und Orte der christlich-jüdischen Bibelwochen 1978-2009
(pdf-Datei)
5. Orte der
Toralernwochen in württembergischen Gemeinden bis 2009 (pdf-Datei)
Seitdem erstmals 1974 Veranstaltungen mit jüdischen Referenten und seit 1978
dazuhin regelmäßig biblische Lernwochen (Toralernwochen) mit jüdischen
Lehrern im Programm der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf angeboten werden
(vgl. die Seite über die Anfänge
der christlich-jüdischen Arbeit in Denkendorf),
bestehen insbesondere zu einem festen Kreis von orthodoxen (toratreuen) Lehrern
und Lehrerinnen enge und freundschaftliche Beziehungen. Diese Lehrer und
Lehrerinnen sind fast alle in Israel zuhause, wobei fast alle dem
deutschsprachigen mitteleuropäischen Judentum entstammen. Auf dieser Seite
werden die Lehrer im Einzelnen vorgestellt.
Aktuell: Neue
Lehrer- erstmals bei den Toralernwochen in Denkendorf 2008
Rivka und Daniel
Basch, Jerusalem
Rivka und Daniel Basch stammen aus Schweizer jüdischen Familien und sind 1981 nach Israel eingewandert. Rivka und
Daniel Basch waren beide schon in der Schweiz sehr aktiv in der religiösen zionistischen Jugendbewegung Bnei
Akiva. So lernten sie sich kennen.
Rivka Basch stammt aus der in Basel ansässigen, aus Polen stammenden Familie
Gesundheit. Sie studierte Geschichte, Philosophie und Literatur und machte ein M. A. in jüdischen Wissenschaften mit Schwerpunkt Bibel. Von Beruf ist sie Lehrerin.
Dani Basch stammt aus der französischen Schweiz. Er studierte Politische Wissenschaften und Internationale Beziehungen. Zwei Jahre lang war er geistlicher Leiter (d. h. Rabbiner, Kantor und Lehrer in einer Person) in einer kleinen jüdischen Gemeinde in der französischen Schweiz. Von Beruf ist er Unternehmer. Heute leitet er einen Aluminiumbetrieb in Israel.
Rivka und Daniel Basch haben sechs Kinder. |
| |
Elisheva
und Dr. Baruch Levy
Dr. Baruch Levy ist 1932 in Berlin geboren und mit fünf Jahren mit seinen Eltern nach Palästina geflüchtet. Dr. Levy war Lehrer und Schulleiter in Israel. Für jeweils drei Jahre unterrichtete er in München und in der Schweiz. Zusammen mit seiner Frau Elisheva lebt er in Jerusalem.
Elisheva Levy ist in Holland geboren. Mit ihrer Familie wurde sie als siebenjähriges Kind inhaftiert, ins Lager Westerbork verschleppt und dann nach Bergen-Belsen deportiert. Auf dem Transport nach Osten wurde sie befreit, während ein Bruder und die Großmutter nicht überlebten. 1958 ging sie nach Israel. Elisheva und Baruch Levy sind seit 50 Jahren verheiratet. Sie haben zahlreiche Kinder, Enkel und Urenkel. |
| |
Nechama und Mordechai Teitelbaum aus Kiriat Motzkin /
Haifa
Nechama Teitelbaum stammt aus einer deutschen Familie Oppenheimer. Ihre Eltern wanderten 1944 ein und heirateten in Erez Israel. Nechama wurde im Land geboren. Sie studierte Bibel und Soziologie mit M.A.-Abschluss und wurde Lehrerin und Ausbilderin von Lehrern. Obgleich sie seit zehn Jahren im Ruhestand ist, lehrt und prüft sie bis heute am Pädagogischen Zentrum Haifa angehende Lehrerinnen und Lehrer im Fach Bibel, speziell in Methodik des Bibelunterrichts. Für ihre Lebensleistung erhielt sie den israelischen Pädagogik-Preis.
Mordechai Teitelbaums Familie stammt aus Polen. Schon die Großeltern gründeten in Erez Israel einen Schreibwarenhandel. Mordechai Teitelbaum übernahm das Geschäft und arbeitete bis vor fünf Jahren als Grossist für Schreib- und Büroartikel.
Nechama und Mordechai Teitelbaum haben fünf Kinder, 16 Enkel und drei Urenkel. Der Sohn Netanel Teitelbaum war bis 2008 fünf Jahre lang Rabbiner in Köln. Er wurde weltbekannt, als Papst Benedikt XVI. seiner Synagogengemeinde einen Besuch abstattete.
Nechama Teitelbaum lehrte erstmals 2007 in Lavi bei einer Denkendorfer Toralernwoche. |
| |
1.
Die derzeitigen jüdischen Lehrer und Lehrerinnen
Ansbacher, Mordechai
und Zippora, Jerusalem. Sie gehören seit
1978 (seit der ersten jüdisch-christlichen Bibelwoche in Denkendorf) zum Kreis der Lehrer in Denkendorf:
Mordechai
(Max) Ansbacher (auf dem Foto zweiter von links mit seiner Frau Zippora am
27. Januar 2001 in Esslingen) ist am 11. Januar 1927 in Würzburg geboren und
besuchte dort die jüdische Volksschule. Im Januar 1939 wurde er von den Eltern
mit einem Kindertransport der Reichsvertretung der Juden in Deutschland zu
Verwandten in der Nähe von Brüssel geschickte. Nach der Besetzung Belgiens
durch die Deutschen wurde er von der belgischen Gendarmerie nach Frankreich
geleitet und versuchte, über Calais nach England zu entkommen. Die weitere
Besetzung durch die deutschen Truppen machte die Flucht unmöglich. Ansbacher
kam in ein kleines KZ bei Calais, dann über das Rote Kreuz nach Belgien
zurück. Im Januar 1941 Rücktransport nach Würzburg. Nach der Schließung der
jüdischen Volksschule konnte er die Ausbildung zunächst an der Schule in
München fortsetzen; nach deren Schließung Zwangsarbeit an verschiedenen
Stellen (Bau eines Sammellagers; Betreuung Deportierter). Ende 1941 Rückkehr
wegen der Erkrankung des Vaters nach Würzburg. Arbeitete zuletzt als
Kochlehrling im Israelischen Kranken- und Pfründnerhaus. Am 23. September 1942
mit der Mutter nach Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 Transport nach
Auschwitz; nach zehn Tagen evakuiert in das KZ Dachau. Überlebte wegen eines
erträglichen Arbeitskommandos und der Kameradschaft unter den Häftlingen. Im
April 1945, 18jährig, befreit. Emigrierte über Belgien nach Erez Jisrael; Fortbildung,
Studium der Geschichte und der jüdischen Religion. Langjähriger Mitarbeiter der nationalen Gedenkstätte Yad Vashem in
Jerusalem. Später Leiter der Museumsabteilung; führte Konrad Adenauer 1961
durch die Gedenkstätte. 1961 Zeuge im Eichmann-Prozess. Bis 1973 Teilnehmer an
allen Kriegen Israels; im Sechstagekrieg war er einer der ersten israelischen
Soldaten, die in die Altstadt von Jerusalem einzogen. In den 1980er-Jahren Lehrauftrag als Dozent an der Hochschule für jüdische
Studien in Heidelberg. Wissenschaftlicher Redakteur der "Encyclopedia
Judaica". Ansbacher wurde 1998 durch den stellvertretenden israelischen
Staatspräsidenten Dan Tichon und Jerusalems Oberbürgermeister Ehud Olmert mit
dem Ehrentitel "Ein Würdiger Jerusalems" ausgezeichnet (hierzu ein Zeitungsbericht
aus der Main-Post vom Dezember 1998).
Zippora Ansbacher leitete eine Ulpan-Sprachschule in Jerusalem, geb. 30.
Mai 1931.
Im Archiv geblättert: Zeitungsberichte
über eine Lernwoche in Mössingen im Juli 1994: Bericht 1
Bericht 2 |
|

|
Links: Auszeichnung von Mordechai Ansbacher (rechts) mit dem
Ehrentitel "Ein Würdiger Jerusalems". Links Dan Tichon, stellvertretender
israelischer Staatspräsident, daneben der Jerusalem Oberbürgermeister
Ehud Olmert |
| |
| |
Bar Chama,
Shimon und Shulamith
s.A., Haifa-Kirjath Schmuel. Shimon Bar Chama ist am 12. April 1925 in
Essen geboren, Shulamit am 15. Juni 1926. 1933 ist Shimon nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten mit Eltern und Geschwistern (Schwester Geula Levin s.u.) nach Erez Jisrael
eingewandert. Er studierte an einer Jeschiwa und an der Hebräischen Universität
Jerusalem. Danach war er als Lehrer, zuletzt
viele Jahre als Konrektor eines Gymnasiums in Haifa tätig und unterrichtete
angehende Bibel-Lehrer an der Universität Haifa. Seit 1986 ist er im
Ruhestand. Shimon und seine Frau Shulamit gehörten seit 1980 (Shulamit
s.A. bis zu ihrem Tod 1994) zum Kreis
der Lehrer in Denkendorf (auf dem Foto sind beide bei der Toralernwoche 1984 in
Denkendorf zu sehen).
Shulamit starb 1994. Wir denken an Sie im Jahrzeit-Kalender am 12. Tamus.
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel
über eine Lernwoche in Altbach 1988.
|
| |
| |
Ben
Yashar, Menachem und Chedwa, Massuot
Jizchak, gehören seit 2000 zum Kreis der Lehrer in Denkendorf.
Menachem
Ben Jaschar (Hermann Menachem Silberberg; auf dem Foto rechts bei der
Lernwoche im Kibbuz Lavi August 2001) ist am 13. Oktober 1924 in Berlin geboren.
Er wuchs in Breslau auf, besuchte die dortige jüdische Schule und ist im März
1939 mit Eltern und Brüdern nach Erez Jisrael eingewandert. Er lebte und lernte
in Tel Aviv; ein Jahr Besuch einer Jeschiwa in Haifa. 1949-49 nahm er als Soldat
im Befreiungskrieg teil. Seit 1949 lebt er im religiösen Moschaw Massuot
Jizchak bei Aschkelon. Seit 1952 war er als Lehrer tätig. 1954 heiratete er in
Lavi Chedwa geb. Piperberg. Seit 1966 studierte er Bibelwissenschaft (Tanach) in
der Bar-Ilan-Universität. Seit 1970 (BA) lehrt er an der Bar-Ilan-Universität
(1974 MA), später an der Filiale der Bar-Ilan-Universität in Aschkelon. Er ist
wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Tanach-Midrasch-Projekt in der
Bar-Ilan-Universität. Seine wissenschaftlichen Interessensgebiete sind: die
Tora-Exegese, die Exils- und nachexilische Zeit (historisch und prophetisch),
Jerusalem (historisch und theologisch), Bibel und Midrasch. Das Ehepaar
Ben Jaschar hat drei Töchter und inzwischen 15 Enkel und Enkelinnen, die
östlich und nördlich von Jerusalem leben.
Chedwa
Ben Yashar geb. als Charlotte Piperberg (auf dem Foto in der
Mitte) ist am 8. Januar 1928 in Köln geboren. Ihr Vater wurde Ende 1934 oder
Anfang 1935 zu Verhören bei der Gestapo genommen. Kam körperlich und seelisch
gebrochen zurück. Er starb demzufolge im Sommer 1935. Ende Oktober 1938 wurde
Chedwa mit Mutter und einer Schwester nach Polen abgeschoben und nach Zbonchin
gebracht, wo sie in schlimmen Verhältnissen lebten. Im Juli 1939 kam sie mit
einem Kindertransport nach England, wo sie bei verschiedenen nichtjüdischen und
später auch jüdischen Familien lebte. Sie verlor anderthalb Schuljahre durch
die Deportation und Evakuation nach Polen. 1944 schloss sie sich einer religiösen
Hachscharah (Ausbildungsfarm für die Einwanderung nach Erez Jisrael) an und
wurde gleichzeitig als Kinderpflegerin ausgebildet. Im November 1947 konnte sie
nach Erez Jisrael einwandern, wo sie den hebräischen Namen Chedwa annahm. Erst
hier erfuhr sie von Verwandten, dass ihre Mutter nach der Flucht vor den
Deutschen bis Sibirien geflohen war und auf der Rückkehr in Südsibirien
umgekommen ist. 1949 war Chedwa Mitbegründerin des Kibbuzes Lavi. 1954
heiratete sie Menachem Ben Yashar und verzog mit ihm nach Massuot Jizchak. Sie
lernte und diente als Sanitätsschwester, später ließ sie sich noch in Massage
und zugehörigen Therapieformen ausbilden, worin sie bis heute tätig ist. |
| |
| |
Brom, Meir und Judith, Jerusalem. Sie
gehören seit 1996 zum Kreis der Lehrer in Denkendorf.
Meir (Mark) Brom
(links im Bild, rechts Chawa Jonai, s.u.) ist am 3. Dezember 1930 in Luzern (Schweiz) geboren. Er
besuchte die Volks- und Sekundarschule in der Schweiz, danach in Israel
Mittelschule, Talmudschule, Lehrerseminar und die Musikakademie. 42 Jahre lang
war er im Erziehungswesen in Israel und in der Schweiz tätig, davon 20 Jahre
als Lehrer meist an öffentlichen Schulen und 22 Jahren als Rektor (sechs
Jahre an der Religionsschule der Israelitischen Cultusgemeinde in Zürich und 16
Jahre Rektor öffentlicher Staatsschulen). Dazu war er Dirigent von verschiedenen Kinder- und Synagogenchören in
Israel und in der Schweiz. Langjährige Mitarbeit in christlich-jüdischen
Gesprächskreisen. Vortragstätigkeit in Israel im Auftrag des israelischen
Erziehungsministeriums vor ErzieherInnen aus Deutschland und Österreich. Aktiv
im Bereich der ersten Hilfe für Menschen in seelischer Not. Seit 1995
tägliches Talmudstudium an einem Lehrhaus in Jerusalem.
Jehudit (Ingelore) Brom geb. Münz ist am 29. November 1932 in
Nürnberg geboren. 1934 wanderte sie nach Erez Jisrael aus und besuchte die
Grund- und Mittelschule in Jerusalem. Ihre Ausbildung erfuhr sie am
Erzieherinnen- und Lehrerseminar in Jerusalem; Abschluss mit dem staatlichen
Lehrerpatent. 32 Jahre tätig als Erzieherin und als Lehrerin in der Unterstufe
sowohl in Israel wie in der Schweiz. Dazuhin aktiv in der Erwachsenenbildung und
nach zusätzlicher Ausbildung in der Arbeit mit SeniorInnen. |
| |
| |
Cohn, Dr. Gabriel
H. und Nechama, Jerusalem. Sie gehören seit
1986 zum Kreis der Lehrer in Denkendorf. Auf dem Foto links referiert
er bei der Toralernwoche im Kibbuz Lavi im August 2001. |
"Prayer in Judaism",
hg. von Dr. Gabriel H. Cohn. |
| |
| |
Abraham Frank,
Jerusalem (auf dem Foto während einer Studienwoche in Denkendorf im Februar 2002), ist am 24. Dezember 1923 in Flacht bei Diez an der Lahn geboren. Er
besuchte von 1928-32 die evangelische Volksschule in Ludwigsburg und 1934-36 das
Karlsgymnasium in Stuttgart, musste dann die Schule "aus rassischen
Gründen" verlassen. Nach Einwanderung in Erez Jisrael Besuch von
Volksschulen in Tiberias und Afulah, worauf er in einer Schreinerei lernte;
1946-50 Angestellter in verschiedenen Buchhandlungen; von 1950-82 im Rahmen der
zionistischen Weltorganisation (Jewish Agency) in USA, Kanada, England und
Israel, zuletzt als Leiter der Einwanderungsabteilung für Nordamerika
erzieherisch und administrativ tätig. 1982-86 Funktionär des Irgun Merkas
Europa (Organisation der mitteleuropäischen Einwanderer in Israel) und als
Kulturreferent und Redaktionsmitglied der "Mitteilungsblattes" tätig.
Mitglied des Board des Leo Baeck Instituts in Israel; Mitarbeiter an den
Gedenkbüchern für die zerstörten jüdischen Gemeinden in Hessen und
Nordrhein-Westfalen, die von der Yad Vashem Holocaust Memorial Authority
herausgegeben werden; freiwilliger Mitarbeiter an der Restaurierung und
Dokumentation jüdischer Friedhöfe im süddeutschen Raum; verheiratet mit Rita
geb. Scherl (geb. 1925). Das Ehepaar hat drei Kinder (Dr. Ariel Joel Frank, geb.
1951; Elieser, geb. 1956 und Judith verh. Schachter, geb. 1966) und lebt in
Jerusalem. |
| |
| |
Heckscher, Shimon und Malka, Kvuzat Javne
(1992)
Shimon Heckscher, war als Lehrer tätig, geb. 15. April 1934. Malka, geb.
November 1935. |
| |
| |
| Hejman, Elchanan und Pnina, Haifa. Sie
gehören seit 1998 zum Kreis der Lehrer in Denkendorf. |
|
|
Levin, Geula, Lehrerin, Haifa-Kiryat
Shmuel,
geb. 7. April 1930 in Essen, Schwester von Shimon Bar Chama (s.o.). 1933 ist sie
nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mit Eltern und Geschwistern
nach Erez Jisrael eingewandert. Nach Schulbesuch und Studium war sie als
Mathematik-Lehrerin in einem Mädchen-Gymnasium tätig. Sie heiratete David
Levin s.A., der von 1985 bis zu seinem Tod 1991 bei der Israelitischen
Religionsgemeinschaft in Stuttgart als Religionslehrer tätig war. In dieser
Zeit lernte Ehepaar Levin auch die Arbeit in Denkendorf kennen. Seit 1992 kommt
Geula Levin jährlich zwei Mal nach Denkendorf. Im Herbst begleitet sie ihren
Bruder Schimon Bar Chama regelmäßig zu der Psalmwoche und den begleitenden
Veranstaltungen. Im Sommer ist sie bei der Gruppe der Lehrer bei Toralernwochen
engagiert und hat in dieser Zeit die Aufsicht über die koschere jüdische
Küche in Denkendorf. Seit sie - nach dem Tode Ihres Mannes 1991 - wieder in
Israel ist, besucht sie verschiedene Kurse und arbeitet in ihrer Gemeinde in der
Betreuung von Seniorinnen und Senioren mit. Geula Levin hat drei Töchter, zehn
Enkelkinder und eine wachsende Schar Urenkel. Auf dem Foto ist sie
mit Lisbeth Blickle (rechts) aus Balingen bei einer Veranstaltung in der
ehemaligen Synagoge in Hechingen im November 2001 zu sehen. An David Levin s.A.
denken wir im Jahrzeit-Kalender am 22. Kislew. |
| |
| |
Mayer, Shlomo und Sara,
Jerusalem, gehören seit 1987 dem Kreis der Lehrer in Denkendorf an. Shlomo Mayer ist am 13. Januar 1940 in Basel geboren.
1957 ist er - noch vor seinem Abitur - nach Israel eingewandert. Er studierte
Tora an einer Talmud-Hochschule und an der Hebräischen Universität in
Jerusalem (jüdische Geschichte). Er ist heute tätig als Direktor des Leo-Baeck-Institutes in
Jerusalem.
Sara Mayer ist am 22. September 1942 geboren. Sie studierte allgemeine
Geschichte und jüdische Literatur und arbeitet am israelischen
Erziehungsministerium in Jerusalem als Inspektorin.
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel
über eine Lernwoche in Fellbach im August 1988.
Zeitungsartikel über eine Lernwoche in
Tübingen im Juli 1997. |
| |
| |
Shashar, Dr. Yizchak und Bilha,
Giv'at
Washington (1992), jetzt in Ophra.
Dr. Yizchak Shashar (auf dem Foto links bei der Toralernwoche im Kibbuz Lavi im
August 2001) ist am 23. Februar 1929 in Hamburg geboren und bereits 1933 nach
Erez Jisrael eingewandert. Nach dem Schulbesucht studierte er fünf Jahre an der
Hebräischen Universität in Jerusalem Hebräisch, Geographie und
Bibelwissenschaft. Nach dem Studium war er vier Jahre in Indien und drei Jahre
in Holland als Lehrer in jüdischen Gemeinden tätig. Anschließend
unterrichtete er 30 Jahre am Lehrerseminar in Giv'at Washington bei Jawne. Mit
seiner Frau Bilha hat er fünf Kinder und inzwischen 22 Enkelkinder. Seit 1995
lebt das Ehepaar in Ofra, ungefähr 20 km nördlich von Jerusalem und ca. 5 km
östlich von Ramallah. In Verbindung mit der Bar-Ilan-Universität arbeitet er
an der Erforschung von alten Manuskripten jüdischer Bibelausleger. |
Bilha
Shashar (auf dem Foto links - im Gespräch bei der Toralernwoche im Kibbuz
Lavi August 2001) ist am 6. März 1932 in Amsterdam geboren. Bereits 1934 ist
sie mit ihrer Familie nach Erez Jisrael eingewandert und lebte danach in
Rechovot bei Tel Aviv. Sie besuchte acht Jahre die Grundschule in Bat Yam bei
Yafo, vier Jahre das Gymnasium in Tel Aviv und vier Jahre die Hebräische
Universität in Jerusalem. Hier studierte sie hebräische Literatur und
jüdische Geschichte. 1956 bis 1960 war sie als Lehrerin in Bombay, Indien
tätig, 1960 bis 1965 als Lehrerin im Kibbuz Jawne und danach bis 1968 als
Lehrerin in Amsterdam. Von 1968 bis 1994 war sie Lehrerin an der Hochschule
Giv'at Washington und Leiterin dieser Hochschule. Seit ihrer Zurruhesetzung 1994
lebt sie in Ofra. Auch sie arbeitet wie ihr Mann in Verbindung mit der
Bar-Ilan-Universität an der Erforschung von alten Manuskripten jüdischer
Bibelausleger. |
|
|
Zeichner, Zwi und Fruma, Haifa-Kirjat-Chajim,
gehören seit 1989 dem Kreis der Lehrer in Denkendorf an.
Zwi Zeichner war als Lehrer tätig, geb. am 27. November 1936. Fruma Zeichner
war als Lehrerin tätig, geb. am 8. Januar 1945. |
| |
| |
Zur, Dr. Yaakov und
Esther s.A., Kibbuz Ein Hanaziv. Sie gehören seit
Mitte der 1990er-Jahre zum Kreis der Lehrer in Denkendorf.
Dr.
Yaakov Zur (auf dem Foto bei einem Vortrag im Kibbuz Lavi im August 2001)
ist am 21. April 1924 in Rostock als Alfred Jaques Zuckermann in einer so genannten ostjüdischen und
religiösen Familie geboren. Bis Ende 1935 war er einziger Schüler in einem vom
Nazismus infizierten Klasse. Er hatte zwei jüngere Brüder (geb. 1925 und 1927)
und eine Schwester (geb. 1931). Von 1935 bis 1938 lernte er mit seinen Brüdern
in einer jüdischen Schule in Frankfurt. Durch die Ereignisse der Reichspogromnacht
im November 1938 (Verhaftung des Vaters und Verschleppung in ein KZ) fuhr er
nach Rostock zur Mutter zurück. Er verhandelte als 14jähriger mit der Gestapo,
um seinen Vater befreien zu können. Er wickelte den Zwangsverkauf der Ware des
Geschäftes seines Vaters ab und erhielt schließlich für ein Jahr eine
Einreiseerlaubnis für den Vater nach England, der daraufhin aus dem KZ
entlassen wurde. Im englischen Konsulat wollte er auch für seine Mutter und
seine Schwester ein Visum erhalten, doch war dies nicht möglich, da sie
angeblich "nicht gefährdet" waren (beide wurden am 10. Juli 1942 nach
Auschwitz verschleppt und dort ermordet). Yaakov kam mit seinen Brüdern im
April 1939 mit der Jugendalijah nach Erez Jisrael. Er lernte in einer
landwirtschaftlichen Schule und wurde 1943 Mitglied des religiösen Kibbuz Ein
Hanaziv südlich von Bet Shean. Im Februar 1948 heiratete er Esther geb.
Rosenblum. Das Ehepaar hatte drei Kinder. Der älteste Sohn ist 1971 im
Militärdienst ums Leben gekommen. Die beiden anderen Kinder leben im Kibbuz
(Sohn in Ein Hanaziv, die Tochter in Jawneh). Über sie haben Yaakov und Esther
Zur inzwischen zehn Enkelkinder. Yaakov Zur war zunächst Landwirt, später
Jugenderzieher und in der Leitung der religiösen Kibbuzbewegung tätig. Drei
Jahre arbeitete er in einer zentralen Kulturmission in Südamerika. Erst 1961
begann er mit dem Studium an der Universität in Jerusalem. Danach wurde er
Lehrer und Direktor einer Distriktschule der Kibbuzbewegung. 1982 promovierte er
mit dem Thema "Die jüdische Orthodoxie in Deutschland und ihr Verhältnis
zum Zionismus". Seit 1984 war er wieder in Deutschland tätig, auch in der
damaligen DDR. Nach der Wende wurde er erster Ehrenbürger der Stadt Rostock. Am
8. November 1998 wurde ihm der Titel PhD h.c. von der Universität Rostock
verliehen. Bis heute (2002) unterrichtet er in einer Filiale der
Bar-Ilan-Universität und veröffentlichte verschiedene Abhandlungen. 1999 wurde
sein Buch "Rabbiner Jakob Hoffmann" herausgegeben. Es wurde mit
dem Rabbiner-Reines-Preis ausgezeichnet. Im September 2001 veröffentlichte er
sein Buch "Zwischen Zionismus und Orthodoxie" (Abbildung links). 2003
folgte die von Christiane Gundlach herausgegebene Autobiografie
"Die Welt ist eine schmale Brücke" (Thomas-Helms-Verlag Schwerin
2003).
|
Esther
Zur geb. Rosenblum s.A. (auf dem Foto links erzählt sie von der Schabbat-Feier
im religiösen Kibbuz; aufgenommen in Lavi im August 2001) ist am 12. Mai 1924
in Antwerpen (Belgien) als Tochter eines Diamantenhändlers geboren. Sie war die
älteste Tochter mit einem drei Jahre jüngeren Bruder und einer zehn Jahre
jüngeren Schwester. Bis zum Einmarsch der deutschen Truppen in Antwerpen am 10.
Mai 1940 lebte sie ein ruhiges und glückliches Leben. Die Flucht vor den
deutschen Soldaten war nicht mehr möglich. Am Tage vor dem jüdischen
Neujahrsfest September 1942 musste Esther den Abtransport ihrer Eltern
miterleben. Sie hat sie nicht mehr gesehen. Einige Tage später ist sie, nachdem
sie den Abtransport ihrer 83jährigen Großmutter miterleben musste, mit ihren
Geschwistern aus Antwerpen geflohen. Der Bruder konnte zusammen mit einem Onkel
in die Schweiz entfliehen. Sie konnte mit der achtjährigen Schwester und einer
Cousine nach Frankreich kommen. Die weitere Flucht in die Schweiz gelang nicht.
Vielmehr wurde sie verhaftet und in das KZ Gurs verschleppt, wo sie von November
1942 bis Juli 1943 interniert war. Mit Hilfe von internationalen jüdischen
Institutionen wurden die beiden Schwestern und die Cousine freigelassen und in
ein jüdisches Kinderheim gebracht. Als die Kinderheime gleichfalls geräumt
werden sollten, lebten sie mit falschen Papieren als Nichtjuden. Ester arbeitete
als Sozialhelferin, wobei zu ihren Aufgaben die Betreuung ihrer kleinen
Schwester und einer gleichaltrigen Freundin in einer nichtjüdischen Familie
gehörte. Später konnte ihre Schwester in die Schweiz kommen; Esther gelang mit
einer Gruppe von Juden die Flucht über die Pyrenäen nach Spanien. Dort wurde
sie von einem jüdischen Hilfsverein versorgt und konnte im Herbst 1944 mit
einem regulären Schiff nach Erez Jisrael kommen. Esther kam in zwei Kibbuzim.
Seit Februar 1946 war sie im neu gegründeten Kibbuz Ein Hanaziv, wo sie ihren
späteren Mann Yaakov kennenlernte. Im Kibbuz hat sie überall mitgearbeitet,
insbesondere in der Betreuung von Jugendlichen, darunter Kinder aus sozial
bedrängten Familien. Zuletzt arbeitete sie in der Küche des Kibbuz. Esther Zur
starb 2002. |
Weitere Lehrer, die in Denkendorf immer wieder Kurse abhalten, aber nicht zum
Kreis derer gehören, die regelmäßig bei den biblischen Lernwochen engagiert
sind:
Lapide,
Yuval,
Sohn von Ruth Lapide und Pinchas Lapide s.A.,
ist in Jerusalem geboren. 1974 kam er mit seinen Eltern nach Frankfurt am Main.
Dort legte er das Abitur ab und schloss eine Ausbildung zum Bankkaufmann an.
Anschließend studierte er Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt
Internationales Bankgeschäft. Zwölf Jahre lang arbeitete er bei zwei
renommierten Frankfurter Banken. 1995 machte er sich als Sprachentrainer
beruflich selbständig. Begleitend zum Studium der Wirtschaftswissenschaften
studierte Yuval Lapide an jüdischen Hochschulen in Straßburg, New York und
Paris rabbinische Bibelexegese und mittelalterliche jüdische Philosophie und
Mystik.
Yuval Lapide ist stark geprägt durch die Versöhnungsarbeit seiner Eltern im jüdisch-christlichen
Dialog. Er praktiziert intensiv das Gespräch zwischen Juden und Christen und
ist Referent an verschiedenen katholischen und evangelischen
Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland. Yuval Lapide lebt in Frankfurt am
Main.
Foto: Quelle
Peter S. Lehnardt, Jerusalem
(Lernwoche 1997)
2.
Die früheren jüdischen Lehrer und Lehrerinnen und andere in besonderer
Beziehung zu unserer Arbeit stehenden jüdischen Persönlichkeiten
Adler, Rabbiner Dr. Benjamin
s.A. und Kitty, Jerusalem. Sie gehörten seit 1994 zum Kreis der Lehrer in Denkendorf:
Benjamin
Adler (auf dem Foto rechts mit seiner Frau Kitty bei den Lernwochen 1996)
wurde am 4. Februar 1922 in Beuthen/Oberschlesien als Sohn von Hermann und Rosa
Adler geboren. Er besuchte die Volksschule in Beuthen bis 1935, dazu eine
jüdische Religionsschule. Beginn mit der Rabbinerausbildung mit dem Besuch der
Talmudhochschule in Chrczanov (Polen), die er auf Grund seiner hervorragenden
Leistungen bereits nach 14 Monaten mit der Schlussprüfung absolvieren konnte.
Weitere Ausbildung im berühmten "Hohen Talmudischen Institut für
rabbinalische Ausbildung" in Sosnowietz (Polen). Bereits mit ca. 16 Jahren
war er der rabbinalischen Schlussprüfung nahe.
Abbruch der Ausbildung nach der Besetzung seiner Heimatstadt und ganz
Oberschlesiens durch die Deutschen im Sommer 1937. Vorbereitung für die Einwanderung nach Erez Jisrael im landwirtschaftlichen Institut
Steckelsdorf.
Nach der Einwanderung gehörte Benjamin Adler zu den Gründungsmitgliedern des
Kibbuz Schluchot, dem er 35 Jahre als aktives Mitglied angehörte und dabei
zentrale Ämter im Kibbuz (zehn Jahre wirtschaftlicher Kibbuzdirektor) und in
der allgemeinen Kibbuz-Bewegung bekleidete. Er unterrichtete Immigrantengruppen,
arbeitete als Lehrer und Erzieher im Jugenddorf Kfar Hanora Hadati und als
Offizier, Kommandant, Lehrer und Erzieher in der Pal-Mach-Siedlung Biria. 1959
wurde er General-Direktor der Bet-Schean-Ebene-Industrie-Werke, dazu seit 1965
Generalleitung der Bet-Scheanischen Wasserwerke, 1966 Vizepräsident der Provinz
Bet Schean.
Praktische Studien während dieser Zeit: Ausbildung in der "Schule für
Jugendimmigranten in Sde Jaakov" (dreijährige theoretische und praktische
landwirtschaftliche Ausbildung); 1953/54 an der technische Hochschule der
israelischen Arbeiterpartei in Tel Aviv ('Efficiency Production Engineering')
und 1968 an der Bar Ilan-Universität (Ökonomie und Betriebwirtschaft).
Weitere geisteswissenschaftliche Studien: 1942/43 an der Hebräischen
Universität in Jerusalem klassische und moderne Philosophie, Literatur,
Soziologie, Geschichte und Talmud. 1977-78 Rabbinerdiplom in Haifa als extraneus.
1980-85 Studium an der Rabbinischen Hochschule 'Jeschiwat Hakotel" (Abschluss
mit dem zweiten Rabbinischen Grad). Nach 1985 Dissertation über den
jüdisch-deutschen, orthodoxen Jugendbund Esra (Buchtitelseite links). Im Oktober 1992 Promotion an der
Universität von Amsterdam.
Seit 1972 lebt das Ehepaar Adler in Jerusalem. 1976 übernahm Dr. Adler die
Generalleitung der talmudischen und rabbinischen Hochschule "Jeschiwat
Hakotel". Er war dabei unter anderem verantwortlich für den Neubau des
modernen Campus dieser Hochschule im jüdischen Altstadtviertel in Jerusalem,
dessen Einweihung er noch vor seiner Zurruhesetzung erlebte.
Kitty Adler
(auf Foto links ihres Mannes während einer Lernwoche in Donzdorf im März 2002)
ist am 6. November 1922 in Amsterdam geboren. Den 2.
Weltkrieg hat sie in der holländischen Untergrundbewegung durchgemacht. An
Tuberkulose erkrankt, wurde sie nach 1945/46 in Davos geheilt. 1947 bis 1951
studierte sie in Zürich und Genf Kunst und Malerei. 1951 Einwanderung nach
Israel. 1952 bis 1955 Studium von Grafik und Malerei in Israel, 1963 bis 1965
Studium von Kunst und Malerei in Mexiko. Widmet den großen Teil ihrer Zeit
"Zur Beschützung des ungeschützten Kindes".
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel
über eine Lernwoche in Ludwigsburg im Juli 1997
Zeitungsartikel über eine
Lernwoche in Donzdorf im März 2002
Veranstaltungen mit Rabbiner
Dr. Adler im November 2002 in Denkendorf und anderen Orten
Dr. Benjamin Adler verstarb in Jerusalem am 29. Mai 2003 und wurde dort
beigesetzt.
Almekias, Samy, Kantor in Stuttgart (1979)
Alster-Yardeni, David, Haifa (1991)
Auerbach, Jakob und Ella,
Jerusalem. Jakob Auerbach
ist am 30. März 1937 geboren. Er war von Beruf Lektor. Ella Auerbach ist
am 9. Mai 1939 geboren und war als
Lehrerin tätig. Das Ehepaar gehörte seit Mitte der 1980er Jahre bis 1994 zum
Kreis der Tora-Lehrer in Denkendorf. Jakob Auerbach s.A. starb am 15. Oktober 1995. Wir denken
an ihn im Jahrzeit-Kalender am 21. Tischri.
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel über eine Lernwoche in Bad Wimpfen 1994.
Bartal, Dr. Arje s.A. und Debora,
Haifa (1986/87). Dr. Arje Bartal ist 1989 gestorben. Wir denken an
ihn im Jahrzeitkalender am 13. Adar.
Debora Bartal ist geb. am 16. August 1919.
Ben Avner, Dr. Yehuda s.A. und
Zivia, zuletzt in Ramat Gan. Yehuda Ben Avner ist als Juda Mark
am 14. Dezember 1922 in Breslau geboren und in einem liberalen jüdischen Haus
aufgewachsen. Im Oktober 1938 konnte er nach Erez Jisrael einwandern. Seine
Eltern erhielten keine Einwanderungsvisen und wurden später in Auschwitz
ermordet. Nach Schulbesuch und Studium war er als Lehrer in Rechovot und in
Mischmar Hajarden im Hule-Tal (nördliches Jordantal), später als Schulleiter
in Beer Scheva, dann als Schulleiter in Tel Aviv (mit Wohnsitz in Ramat Gan)
tätig. Er engagierte sich stark in der Nationalreligiösen Partei und als
Sekretär in der Lehrergewerkschaft. In Folge dieser Tätigkeit kam es 1968 zu
einem ersten Kontakt mit deutschen Lehrern. Nach 24 Jahren Schuldienst nahm er
das Studium in jüdischer Geschichte auf, zuerst in Jerusalem, danach an der Bar
Ilan Universität in Ramat Gan. Seit 1986 hat er bei den Tora-Lernwochen
Denkendorfs als Lehrer mitgewirkt. Er starb 2000. Wir denken an ihn im
Jahrzeit-Kalender am 25. Ijar. Zivja
Ben-Avner ist am 15. Juni 1925 geboren und lebt in Ramat Gan.
Im Archiv geblättert: Zwei Zeitungsartikel
über eine Lernwoche in Bad Urach 1994: Bericht 1
Bericht 2
Ben Chorin, Schalom s.A. und Avital.
Schalom Ben Chorin wurde am 20. Juli 1913 unter dem Namen Fritz Rosenthal in München
geboren. Er wuchs in einem liberalen jüdischen Elternhaus auf. Mit 15 Jahren
zog er in eine orthodoxe jüdische Familie und schloss sich der zionistischen
Jugendbewegung "Kadima" an. Später studierte er In München
Germanistik und Religionswissenschaft. 1935 wanderte er nach Erez Jisrael aus. Er
war als Journalist und theologischer Schriftsteller tätig und lebte in Jerusalem.
1958 gründete er die erste reformierte Gemeinde und Synagoge (Har El) in
Jerusalem. Zu Gastvorlesungen und
Vorträgen kam das Ehepaar Ben Chorin seit den 1950er Jahren immer wieder nach
Deutschland, seit 1961 auch auf die Evangelischen Kirchentage. Viele Jahre war
er in Denkendorf regelmäßig zu Vorträgen, Studienwochen und anderen
Veranstaltungen (z.B. Festredner beim 850jährigen Jubiläum Denkendorfs). Das
Ehepaar Ben Chorin hat viele Brücken gebaut zwischen Juden und Christen,
zwischen Israelis und Deutschen. Schalom Ben Chorin erhielt die
Buber-Rosenzweig-Medaille, den großen Verdienstorden der Bundesrepublik
Deutschland. Von der Universität Stuttgart wurde er zum Professor ehrenhalber
ernannt. Im Mai 1999 ist er in Jerusalem gestorben. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 21.
Ijar.
Zu Schalom Ben Chorin siehe auch unter www.hagalil.com/ben-chorin/
Kleine Auswahl von Veröffentlichungen von Schalom Ben-Chorin:
   
Bloch, Dr. Fritz s.A. Landesrabbiner in Stuttgart.
Half entscheidend mit bei den Vorbereitungen der ersten jüdisch-christlichen
Lernwoche 1978 (Klärung von Fragen der Kaschrut).
Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith Dreifuss, Dr. Gideon und
Nurith und
Nurith, Haifa (Gäste 1992)
Eres, David und Zippora, Haifa.
David Eres ist in der Bukowina geboren und aufgewachsen, später nach Erez
Jisrael eingewandert. Er hat 28 Jahre als Reiseleiter Gruppen des Denkendorfer
Kreises durch Israel geführt. Am 24. September 1998 ist er gestorben. Wir
denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 4. Tischri.
Zipora Eres ist bereits 1994 gestorben. Wir denken an sie im Jahrzeit-Kalender
am 15. Aw.
Zur Erinnerung an David und Zipora Eres hat der "Denkendorfer Kreis"
über den jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemet) einen Wald in Birika Safed
pflanzen lassen ("Davids Zedernwald", mit einem am 3. Juni 1998
eingeweihten Gedenkstein).
Flusser, Jochanan
und
Miriam, Jerusalem (1992)
Jochanan Flusser (auf Foto rechts von Joachim Hahn) ist in der Computer-Branche
tätig, geb. am 26. April 1960. Miriam Flusser ist als Lehrerin tätig, geb. am
13. Januar 1960.
Friedmann, Simcha und Alisa, Kibbuz
Tirat Zwi bei Beth Shean.
Simcha Friedmann s.A. ist in Polen geboren. Er war bis 1938 Lehrer in
Deutschland. Seine Lehrertätigkeit führte er nach der Einwanderung nach Erez
Jisrael einige Jahre in der Nähe von Tel Aviv weiter, ehe er eine Schule
übernahm, die er bis 1967 leitete. Einen halbjährigen Aufenthalt in New York
nutzt Simcha Friedmann, um ein Lehrbach zu schreiben. Danach war er acht Jahre
Mitglied im israelischen Parlament, außerdem dozierte er bis 1987 an einer
Universität. Er war letztmals bei der Lernwoche 1989 dabei. Er starb im
folgenden Jahr 1990. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 9. Tewet.
Alisa Friedmann ist am 26. August 1918 in Leipzig geboren. Ihr Vater war
zunächst Geschäftsleiter eines Schuhgeschäftes in Leipzig, später
selbständiger Kaufmann in Borna bei Leipzig. Alisa konnte im Juli 1939 nach
Erez Jisrael einwandern. Die Eltern wurden deportiert und sind ermordet
worden.
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel
über eine Lernwoche mit Ehepaar Friedmann 1988 in Urach.
Fröhlich, Jakob und Hanna-Ruth, Shavej-Zion.
Hanna-Ruth ist 1995 gestorben. Wir denken an sie im Jahrzeit-Kalender am 19.
Siwan.
Ganiel, Arie und Alisa, Haifa-Kirjat
Shmuel. Arie Ganiel ist am 23. Mai 1911 geboren. Beruflich war er alt Lehrer
tätig. Nach der Pensionierung arbeitete er noch viele Jahre ehrenamtlich im
Museumsarchiv von Lochamej haGhettaot, dem Kibbuz der Überlebenden aus dem
Warschauer Ghetto mit. Seit 1978 (erste jüdisch-christliche Lernwoche in
Denkendorf) wirkte er bei den Tora-Lernwochen mit. Lange
Jahre war er der älteste der jüdischen Lehrer. Er starb 2000. Wir denken an
ihn im Jahrzeit-Kalender am 11. Tischri.
Alisa Ganiel ist am 8. November 1911 geboren. Sie lebt im Kibbuz Tirat Zwi bei
ihren Kindern und Enkeln.
Goldschmidt, Fritz Schlomo
und Susi, Jerusalem. Fritz Goldschmidt s.A. gehörte zum
Kreis der ersten Tora-Lehrer in Denkendorf. Er ist in Deutschland geboren und
aufgewachsen. 1933 ist er nach Erez Jisrael emigriert und wohnte seitdem in
Jerusalem. Er war zuletzt als Lehrer in der Fortbildung von Erzieherinnen und
als Berater im Erziehungsministerium in Jerusalem tätig. Seine Tochter Avigail
Zur, Jerusalem ist geboren am 14. März 1942. Fritz Goldschmidt ist 1994
gestorben. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 3. Siwan.
Susi Goldschmidt s.A. ist 1983 gestorben. Wir denken an sie im Jahrzeit-Kalender
am 26. Cheschwan.
Gradwohl, Rabbiner Dr. Roland s.A. und
Esther Gradwohl-Wajsblat, Jerusalem. Roland Gradwohl, geboren 1931
in Basel. War von 1955 bis 1964 Religionslehrer der Israelitischen
Kultusgemeinde in Zürich; schloss seine Studien 1965 mit dem Rabbinerdiplom des
Leo-Baeck-Colleges in London ab. Von 1965 bis 1979 war er Rabbiner der Jüdischen Gemeinde in
Bern/Schweiz, ab 1973 zugleich Lektor für Neuhebräisch und moderne jüdische
Geschichte und Kultur an der Universität Bern . Im
Herbst 1979 wanderte die Familie nach Israel ein, wo er vor allem als Publizist
tätig war, u.a. als Chefkorrespondent für das Schweizerische Israelitische
Wochenblatt und freier Mitarbeiter an verschiedenen Rundfunkanstalten in der
Bundesrepublik und in der Schweiz. Seit 1980 wirkte Ehepaar Gradwohl bei den
Toralernwochen mit. Außerhalb der Lernwochen waren Roland und Esther Gradwohl
viele Wochen in württembergischen Kirchengemeinden unterwegs. Verschiedene
Bücher konnten im Calwer Verlag in Stuttgart veröffentlicht werden, u.a.
"Bibelauslegungen aus jüdischen Quellen" (1. Aufl. 1986-1989),
"Was ist der Talmud?" (1. Aufl. 1983), "Frag den Rabbi",
"Hasse nicht in deinem Herzen" (4. Aufl. 1991), "Frag den Rabbi
noch einmal" (1997).
Rabbiner Dr. Gradwohl s.A. starb nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 67
Jahren im Juni 1998 in Jerusalem. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am
21. Siwan. Seine Frau Esther starb am 27. April 2009 in
Jerusalem.
Im Archiv geblättert: Zeitungsbericht
über eine Lernwoche in Ludwigsburg 1994.
Eine Auswahl der Bücher von Roland Gradwohl:

Jonai, Efraim und Chawa, Kirjath Mozkin, seit 1992 in Jerusalem.
Sie gehören seit 1978 (erste jüdisch-christliche Lernwoche in
Denkendorf) zum Kreis der Lehrer in Denkendorf (auf dem Foto
werden sie zu einer Toralernwoche 1991 von einem Pfarrer abgeholt): Efraim
Jonai ist als Ephraim Rottenberg am 31. Dezember 1921 in Berlin
geboren (die Eltern und viele Verwandte sind später in der Shoa ermordet
worden). Er besuchte die Grundschule (Talmudschule) und das Oberrealgymnasium in
Berlin. Am 28. Oktober 1938 wurde er nach Polen abgeschoben, wo er in einem
polnischen Lager interniert war. Er konnte von dort nach Krakau entkommen und
ist im März 1939 nach Erez Jisrael eingewandert. Von April 1939 bis Mai 1941
erhielt er eine Ausbildung in einem religiösen Kibbuz, bis er im Mai 1941 einen
neuen Kibbuz mitbegründete. Im November 1943 hat er Chava geb. Süssmann
geheiratet. Nach der Zeit im Kibbuz studierte Ephraim Jonai insgesamt 12 Jahre
an der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der Universität in Haifa
sowie an einer Talmud-Hochschule in Jerusalem. Nach Abschluss der Studien war
Jonai insgesamt 40 Jahre lang Lehrer und Schulleiter in Gymnasien und
Talmudschulen, wobei er in dieser Zeit drei Schulen gründete. Bei der
israelischen Armee war er Offizier bei der Luftwaffe; viele Jahre hat er
Reservedienst geleistet.
Chava Jonai geb. Süssmann ist am 11. September 1922 in Breslau
geboren, wo sie die Grundschule und das Gymnasium besuchte. Auf einer
Hachschara-Schule (Vorbreitungs-Farm) wurde sie für die Einwanderung nach Erez
Jisrael vorbereitet. Im März 1939 wanderte sie mit der Jugendalijah nach
Jerusalem aus, wo sie bis 1941 lebte. Sie war Mitbegründerin der religiösen
Kibbuz "Schluchot". 1943 heiratete sie Ephraim Jonai. Sie studierte an
einem Lehrerseminar und acht Jahre am Adler-Institut. Beruflich war sie 10 Jahre
als Erzieherin tätig, danach 17 Jahre als Lehrerin und Erzieherin in
Grundschulen, zuletzt acht Jahre als Schulrätin. Ehrenamtlich war sie in der
Landesleitung des religiösen Frauenbundes Emune tätig. Chava Jonai ist am
6. Dezember 2005 in Jerusalem verstorben; Ephraim Jonai starb am 9. April 2007
in Jerusalem.
Im Archiv geblättert: Zeitungsbericht
über eine Lernwoche in Münsingen im Juli 1996.
| Aktueller
Nachruf von
Dr. Michael Volkmann: Am Karfreitag 2007 starb in Jerusalem unser Lehrer Ephraim
Jonai. Seit Beginn der Tora-Lernwochen 1978 waren er und seine
2005 verstorbene Frau Chawa (siehe Ölbaum online Nr. 9 vom Dezember 2005)
oft und lange in Denkendorf, um von hier aus in zahlreichen württembergischen
Kirchengemeinden Vorträge zu halten und die Bibel auszulegen. So lernte
auch ich sie 1986 kennen. Efraim Jonai war 1921 in Berlin geboren und
aufgewachsen. Am 28. Oktober 1938 wurde er nach Polen abgeschoben, wo er
interniert wurde. Er konnte entkommen und wanderte im März 1939 nach Erez
Jisrael ein. Die Eltern und viele Verwandte wurden in der Shoa ermordet.
Im November 1943 heiratete er Chava geb. Süssmann. Nach Jahren in religiösen
Kibbuzim studierte er zwölf Jahre lang an der Hebräischen Universität
in Jerusalem, an der Universität in Haifa sowie an einer
Talmud-Hochschule in Jerusalem. Danach war er insgesamt 40 Jahre lang
Lehrer und Schulleiter in Gymnasien und Talmudschulen, wobei er in dieser
Zeit drei Schulen gründete. 2003 nahm er zum letzten Mal an einer
Lernwoche in Denkendorf teil – es war die 25. Jubiläumslernwoche. Chawa
konnte ihn schon nicht mehr begleiten, aber seine Tochter Shlomit Gur war
mit dabei. Shlomit ist seit 2005 Lehrerin bei den Lernwochen: die zweite
Generation. Wir verdanken Ephraim Jonai und seiner verstorbenen Frau Chawa
unermesslich viel. Wir bewahren beiden ein ehrendes Andenken. Mögen ihre
Seelen eingebunden sein im Bündel des Lebens. |
Kahn, Daniel, Daniel Kahn (geb. 28.
Januar 1943) gehörte zu den Lehrern bei der ersten
jüdisch-christlichen-Lernwoche in Denkendorf 1978.
Kahn, Herbert und Gertrud
(Trude; Haifa-Kirjath Chajim)
waren die Pioniere der Denkendorfer christlich-jüdischen Arbeit. Herbert Kahn
stammt aus dem badischen Dorf Wollenberg im Kraichgau. Nach der Pogromnacht im
November 1938 wurden er und sein Vater in das KZ Dachau eingeliefert. Der Beginn
des christlich-jüdischen Arbeit an der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf
ist eng mit dem Namen von Herbert Kahn verbunden. Der frühere Leiter der
Fortbildungsstätte Dr. Hartmut Metzger lernte Herbert Kahn 1960 bei einem
Synagogenbesuch in Stuttgart kennen. Damals war Herbert Kahn für zwei Jahre aus
Israel nach Stuttgart gekommen, um die jüdischen Kinder der Israelitischen
Religionsgemeinschaft in Religion zu unterrichten. Die Kontakte zwischen Kahn
und Metzger vertieften sich in den folgenden Jahren. Im Sommer 1977 begannen
beide in Israel nach jüdischen Lehrern zu suchen, die bereit war, in
Deutschland Christen in der Auslegung der Tora zu unterrichten. Es gelang, im
Sommer 1978 in Denkendorf eine erste jüdisch-christliche Bibelwoche über
"Tora und Bund" durchzuführen. Das Ehepaar Kahn hat letztmals im
Sommer 1990 eine Toralernwoche begleiten können. Herbert Kahn s.A. ist am 13.
Oktober 1991 gestorben. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 5. Cheschwan.
Zur Erinnerung an ihn ist im Margarete-Blarer-Haus der Fortbildungsstätte
Kloster Denkendorf ein Zimmer benannt. Gleichfalls gibt es zu seiner Erinnerung
im Shaare-Zedek-Krankenhaus in Jerusalem ein Untersuchungs- und Beratungszimmer
in der Kinderabteilung, das nach ihm benannt ist. Gertrud Kahn lebt in einem
Seniorenheim in Haifa.
Im Archiv geblättert: Zeitungsartikel
über eine Lernwoche in Altbach 1988.
Kohn, Arthur (Abraham), Schulinspektor
i.R. Haifa. Abraham Kohn gehörte zu den Lehrern bei der ersten
jüdisch-christlichen Lernwoche in Denkendorf 1978.
Lapide, Dr. Pinchas und Ruth,
Frankfurt. Pinchas Lapide s.A. war von 1979 bis in die 1990er Jahre regelmäßiger
Referent in Denkendorf zu Studientagen und anderen Veranstaltungen. Von
Denkendorf aus hielt er auch Vorträge in umliegenden Gemeinden. Er starb im
Oktober 1997.
Möller, Dr. Awraham und Ruchama, Haifa.
Abraham Möller s.A. ist am 13. März 1911 in Hamburg-Altona geboren. Er war in
Israel lange Jahre als Schuldirektor tätig. Ruchama (Rose) Möller s.A. ist am
14. August 1908 in Berlin geboren. Sie war als Inspektorin für Kindergärten
tätig. Beide stießen zur Denkendorfer Arbeit Anfang der 1980er Jahre. Sie
starb 1999. Wir denken an sie im Jahrzeit-Kalender am 6. Adar. Dr. Awraham
Möller starb am 14. Dezember 2001. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am
29. Kislew.
Neuberger,
Dr. Zahava und Moshe, zunächst in Nahariya, dann Kiryat
Motzkin bei Haifa, jetzt in Moreschet in Galiläa; gehören
seit 1997 dem Kreis der Lehrer in Denkendorf an.
Zahava Neuberger geb. Keller ist am 9. Juli 1946 in Israel als Tochter eines aus Deutschland
stammenden Rabbiners geboren. Der Großvater leitete die orthodoxe jüdische
Schule "Adass Israel" in Berlin. Die Eltern hatten Deutschland 1939
verlassen. Der Vater amtete später in Nahariya als Rabbiner; die Mutter war in
der Sozialfürsorge tätig. Zahava Neuberger studierte an der Universität Haifa
jüdische Philosophie und erwarb hier die akademischen Grade B.A. und M.A. An
der Hebräischen Universität in Jerusalem promovierte sie mit einer Arbeit
über jüdische Literatur (Midrasch). 1964 bis 1976 war sie als
Grundschullehrerin tätig, 1978 bis 1984 als Lehrerin, Schulleiterin und
Inspektorin für jüdische Religion an einer nichtreligiösen Schule. Von 1984
bis 1989 war sie Hochschullehrerin für das Fach Judentum. Von 1989 bis 1995 war
sie verantwortlich für Religionslehrer an allen Schulen in Haifa und Umgebung.
Sie war zuständig für die Ausarbeitung von Lehrplänen und unterrichtete zudem
in zwei Lehrerseminaren. 1995 bis 1996 war sie Erziehungsdirektorin in der
Israelitischen Gemeinde in Basel. Seit 1997 ist sie im Israelischen
Erziehungsministerium und im Lehrerseminar in Haifa tätig. Zahava Neuberger ist
verheiratet mit Mosche Neuberger (geb. 1940) und Mutter von sechs
Kindern.
Neufliess, Werner, Shavej Zion.
War viele Jahre Kontakt-Person in Shavej Zion und Begleiter bei Israel-Reisen
des "Denkendorfer Kreises".
Poolman von Beusekom, Dr. Aaron, Amsterdam (1982/83, 1985/86, 1986/87,
1987/88, 1988/89, 1989/90, 1990/91, 1991/92)
Rosenwald, Yechiel, Bene-Beraq, geb. 22. Juni 1953
(1992 bei der Lernwoche dabei), tätig als Import- und Export-Berater.
Rozelaar, Prof. Dr. Marc 1991
Prof. Dr. Hanna Safrai, Jerusalem
ist in Jerusalem Professorin für Judaica und Rabbinica. Sie ist 1946 in
Jerusalem als Tochter des jüdischen Religionshistorikers Shmuel Safrai geboren
und studierte in Israel, den USA (Harvard) und den Niederlanden jüdische und
griechische Geschichte und Talmud sowie antike Religionsgeschichte. Sie
promovierte in Amsterdam mit einer Arbeit zum Thema "Woman and Temple. The
Status and Role of Woman in the Second Temple of Jerusalem" und gründete
1981 in Jerusalem das "Judith Liebermann Institute for Woman", eine
theologische Hochschule für Frauen, die inzwischen gut etabliert ist und
zahlreiche Filialen in vielen Ländern hat. Chana Safrai war als Gastprofessorin
an verschiedenen Universitäten in Europa tätig (Amsterdam, Utrecht, Frankfurt
usw.). Seit 1993 ist sie Mitglied im Lehrhaus "Juden und Christen" des
Deutschen Evangelischen Kirchentags.
Schamir, Micha und Ruthi.
Micha
Schamir war bei verschiedenen Aktivitäten des "Denkendorfer Kreises"
wichtiger Kontaktmann in Israel. Er arbeitete dort viele Jahre für den KKL
(Keren Kajemet LeJisrael, Jüdischer Nationalfond) und organisierte
beispielsweise den Aufbau des Gedenkhaines für David Eres. Er ist am 15.
November 2000 verstorben. Wir denken an ihn im Jahrzeit-Kalender am 17.
Cheschwan. Ruthi Schamir lebt in Tel Aviv.
Shashar, Michael s.A. und Estelle, Jerusalem.
Michael
Shashar (Schereschewsky) (auf dem Foto links während einem Vortrag im Kibbuz Lavi im August
2001) ist am 5. Februar 1933 in Berlin als Sohn eines jüdischen Arztes geboren.
1935 emigrierte seine Familie nach Erez Jisrael (Palästina). Er lebte zunächst
im religiösen Kibbuz Saad am Gazastreifen. Michael Shashar studierte später an
der Hebräischen Universität in Jerusalem jüdische Geschichte und Kultur. Nach
dem Sechstagekrieg war er Pressesprecher von Verteidigungsminister Moshe Dayan,
später israelischer Konsul in New York und Berater des israelischen
Staatspräsidenten Prof. Ephraim Katzir (1973 bis 1978). Heute arbeitet Shashar
als Journalist und freier Schriftsteller in Jerusalem.
In der Nacht vom 24. zum 25. Mai 2006
ist Michael Shashar in Jerusalem überraschend an einem Gehirnschlag gestorben.
Im Archiv geblättert: Zeitungsbericht
über eine Lernwoche in Heidenheim im Juli 1994.
Bekannte Veröffentlichungen von Michael Shashar:

 |
Jeshajahu
Leibowitz, Gespräche über Gott und die Welt. Mit Michael Shashar. Dvorah
Verlag Frankfurt am Main 1990. |
 | Sambatyon: Essays on Jewish Holidays. Tel Aviv 1992. |
 |
Ein Jude geht durch Hamburg. Eindrücke des israelischen Schriftstellers Michael
Shashar. Hamburg 2000. |
 |
Lord Jakobovits in Conversation. 2000. |
 | Germany and I - Germania
ve-ani (Iwrit). 2001. |
 |
Talks with Rechavam-Gandi-Ze'evy. Yediot, 2001. (Hebräisch)
Außerdem 12 weitere Bücher in Hebräisch, Englisch, Französisch. |
Scheuer, Josef und Nicha,
Basel. Josef Scheuer (geb. 21. Juni 1920; Nicha geb. 18. März 1919) gehörte zu
den Lehrern bei der ersten jüdisch-christlichen Lernwoche in Denkendorf
1978.
Ullmann, Shimon und Shamira, Haifa,
als Rechtsanwalt tätig (1986/87, 1987/88, 1988/89, 1989/90,
1990/91, 1991/92)
Walk, Prof. Dr. Joseph,
Jerusalem, gehörte zu den Lehrern bei der ersten jüdisch-christlichen
Lernwoche in Denkendorf 1978. Joseph Walk ist am 27. Januar 1914 in Breslau geboren und dort
aufgewachsen (Abitur am Breslauer Reformgymnasium 1932). Er studierte 1932/33 am
jüdischen Lehrerseminar in Köln. Nach Abschluss der Ausbildung unterrichtete
er an der jüdischen Volks- und Höheren Schule in Breslau. Seit 1935 war er
Erzieher an der Rabbinischen Lehranstalt in Frankfurt/Main. 1936 ist er nach
Erez Jisrael emigriert und war fünf Jahre als Erzieher und Lehrer in Gruppen
der religiösen Jugendaliya tätig. Ab 1942 war er Lehrer in Sde Yaacov,
1947/48 Direktor eines Internats für jüdische Flüchtlingskinder in Belgien,
von 1948 bis 1951 wieder in Sde Yaavov sowie Lehrer an der Höheren Schule in
Afula. 1952 bis 1954 war er Schulinspektor, danach studierte er Pädagogik und
jüdische Geschichte in Jerusalem. In dieser Zeit war er zugleich Lehrer am
Lehrerseminar in Haifa, dann Direktor des religiösen Lehrerinnenseminars in Tel
Aviv, von 1958 bis 1964 in derselben Funktion am Lehrerinnenseminar in
Jerusalem. Von 1964 bis 1981 war er Dozent für Pädagogik an der Bar
Ilan-Universität in Ramat Gan, seit 1973 zugleich Leiter des an dieser
Universität neu gegründeten Instituts für die neuere Diaspora-Geschichte des
jüdischen Volkes. Er engagierte sich am Holocaust-Dokumentationszentrum Yad
Vashem in Jerusalem. Von 1978 bis 1982 und nochmals nach 1992 leitete er
das Leo Baeck Institut in Jerusalem. Joseph Walk war einer der Mitbegründer der
religiös-zionistischen Friedensbewegung "Os we Shalom", deren
Vorsitzender er für einige Jahre war. Als bewusster Gegenpol zur
Siedlungspolitik von "Gusch emunim" erklärte "Os we Schalom"
den Erwerb und Besitz des eroberten Landes nicht aus dem Ratschluss G"ttes.
Seit 1983 gehörte Walk bis Anfang der 1990er Jahre zum Kreis der Lehrer in
Denkendorf. Er trug viel zum Verständnis zwischen Christen und Juden bei. Walk ist Träger
der Buber-Rosenzweig-Medaille 1996, die von den Gesellschaften für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit für besondere Verdienste vergeben wird. Zu
seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehört: Joseph Walk, "Wider das
Vergessen". Aufsätze und Erinnerungen aus sechs Jahrzehnten. Hg. von Paul
Sauer. Bleicher Verlag Gerlingen 1996.
|