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und Juden"
Newsletter "Ölbaum
Online"
Der Newsletter "Ölbaum online" ist seit Januar 2005 ein Informations- und
Kommunikationsprojekt des Bereiches "Gespräch zwischen Christen und Juden"
der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf. In ungefähr monatlichen Abständen
informiert ein kurzer E-Mail-Brief mit jeweils bis zu ca. fünf Themen über die
christlich-jüdische Arbeit in der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf. Wenn Sie diesen
Newsletter per e-Mail erhalten möchten, so schicken Sie
bitte eine leere E-Mail mit dem Betreff "Bestellung " an die AG
Wege, E-Mail.
Über die gleiche Anschrift können Sie den Newsletter auch jederzeit wieder
abbestellen. Der Newsletter wird auch auf den Seiten der Fortbildungsstätte
Kloster Denkendorf eingestellt.
Übersicht über die bisher erschienenen Newsletter (bitte
jeweils anklicken):
aktuell: Ölbaum
Nr. 43 vom 14. Dezember 2009 (als pdf-Datei)
Gesamtübersicht
über die Inhalte von Ölbaum Nr. 1 bis Nr. 43
(als pdf-Datei)
Ölbaum online Nr. 1 – 28. Januar 2005
1. Editorial
2. Denkendorf aktuell: Was
war? Was kommt?
3.
Impressionen von Tagungen in Bad Boll, Stuttgart-Hohenheim und Rothenburg o. T.
4.
Württemberger Erklärung "Einen gerechten Frieden im Nahen Osten fördern"
5. Christlich-jüdischer Dialog
1. Editorial
Liebe Freunde des Gesprächs zwischen Christen und Juden,
mit dem "Ölbaum online Nr. 1" starte ich heute ein neues Informations- und
Kommunikationsprojekt des Fachbereichs V "Gespräch zwischen Christen und Juden"
der Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf. In voraussichtlich monatlichen Abständen
möchte ich in einem kurzen E-Mail-Brief mit jeweils bis zu ca. fünf Themen über
meine Arbeit informieren und Kontakt zu allen an dieser Arbeit Interessierten
halten. Wenn Sie diese Sendung per e-Mail erhalten möchten, so schicken Sie
bitte eine leere E-Mail mit dem Betreff "Bestellung " an E-Mail.
Über die gleiche Anschrift können den Newsletter auch jederzeit wieder
abbestellen.
2. Denkendorf aktuell:
Was war? Was kommt?
Spannend war es im November, Schimon Bar-Chamas Auslegung von Texten der
Tora zu folgen. "Was hat es zu bedeuten, wenn es im biblischen Text zwei Mal
nacheinander heißt: 'und er sprach:', ohne dass der Sprecher wechselt?"
Manchmal lassen Übersetzer das zweite "und er sprach" einfach unter den Tisch
fallen. Schimon Bar-Chama erklärt uns an fast einem Dutzend Textbeispielen:
Dies bedeutet (nach Abarbanel) eine Pause und diese Pause ist für das Verständnis
der jeweiligen Textstelle wichtig. Wir haben es selbst ausprobiert – und ein
besseres Gespür für die im Text verborgenen Spannungen bekommen. Dies ist nur
ein Beispiel dafür, wie wir Dank der jüdischen Bibelauslegung lernen auch auf
Dinge zu achten, die uns unscheinbar vorkommen.
Nächste Woche kommt Prof. Dr. Chana Safrai zu einem Kurs über den
Mischna-Traktat "Sprüche der Väter" und in der Fastnachtsferienwoche findet
ein Ulpan Ivrit mit Dr. Zahava Neuberger statt. Über Ostern fährt eine 24köpfige
Denkendorfer Reisegruppe nach Israel und Jordanien. Das vollständige Programm
finden Sie auf unserer Homepage
(anklicken).
3.
Impressionen von Tagungen in Bad Boll, Stuttgart-Hohenheim und Rothenburg o. T.
Die Nahosttagung Mitte Dezember in der Evangelischen Akademie Bad Boll wurde
wieder in Zusammenarbeit der Akademie mit Pax Christi veranstaltet und von
zahlreichen Palästinafreunden besucht. Ich war zum zweiten Mal dabei und fand
vor allem die Referenten dieses Mal angenehm sachlich. Beeindruckend waren die
Vertreter palästinensischer Friedensbewegungen, die mitten in der Intifada
versuchen Friedenserziehung zu leisten und ihren Kindern und Jugendlichen eine
Alternative zum Dschihad und zur islamistischen Selbstmordideologie anzubieten. "Zwischen
den Jahren" veranstalteten die GCJZ Stuttgart, das Katholische Bibelwerk und die
Katholische Akademie Hohenheim eine Tagung über die Trennungsgeschichte von
Juden und Christen. Prof. Klaus Wengst machte eindringlich klar, dass der
Begriff "Christentum" erst in nachbiblischer Zeit geprägt wurde und das Wort "Christen"
zunächst eine römische Fremdbezeichnung war für eine messianische Bewegung,
die zur Zeit des Neuen Testaments noch nicht vom Judentum getrennt war. Das
bedeutet: das Neue
Testament ist nicht nur (fast ausschließlich) von Juden verfasst und handelt in
erster Linie von Juden, sondern es ist, wie Leo Baeck schon 1938 sagte, eine jüdische
Glaubensurkunde, die innerjüdische Auseinandersetzungen dokumentiert und sowohl
ihrem Inhalt als auch ihrer Struktur nach jüdisch
ist. Folglich vertieft die Kenntnis des Judentums das Verständnis des Neuen
Testaments.
Anfang des neuen Jahres fand in Rothenburg die Jahrestagung von "Studium in
Israel" statt. Thema war unser Verhältnis zum Islam. Es wurde deutlich, auf
welch unterschiedlichen Ebenen das christlich-jüdische und das islamisch-jüdische
Gespräch angesiedelt sind – nicht nur theologisch,
sondern auch in der Praxis. Die Mitglieder von "Studium in Israel" plädierten für
eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Islam, stimmten jedoch dagegen,
diese in ihrem Studienprogramm mit höherer Verbindlichkeit einzufordern.
4.
Württemberger Erklärung "Einen gerechten Frieden im Nahen Osten fördern"
Seit Arafats Tod ist Bewegung in den Nahostkonflikt gekommen. Zu viel Optimismus
erscheint angesichts extrem gegensätzlicher Entwicklungen nicht angebracht: während
die EU eine enge Verbindung zu Israelis und Palästinensern anstrebt, gibt das
iranische Atomraketenprogramm Grund zu
großer Besorgnis.
Ein Kreis von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Wege zum Verständnis des Judentums,
des Evangelischen Missionswerkes für Südwestdeutschland, der Evangelischen
Frauenarbeit und des Evangelischen Oberkirchenrats haben einen fünf Punkte
umfassenden Text "Einen gerechten Frieden im Nahen Osten fördern" entworfen,
den sich der Oberkirchenrat zu eigen gemacht hat. Der Wortlaut
der Erklärung ist auf unserer Homepage zu finden unter: Erklärung
von Alexandria (anklicken).
5. Christlich-jüdischer Dialog
Die Rheinische Kirche begeht in diesem Jahr das 25jährige Jubiläum
ihrer Bahn brechenden Synodalerklärung zu Kirche und Israel. Auch jetzt sind
aus dem Rheinland neue Impulse zu erwarten. Hier Auszüge einer Presseerklärung:
"Mit Rückblick auf die Revision der eigenen Tradition und das inzwischen veränderte
Bewusstsein für die besondere Beziehung der Kirche zu Israel sieht sich die
rheinische Kirche 25 Jahre nach dem Synodalbeschluss zu weiteren Schritten auf
dem begonnenen Weg der Erneuerung verpflichtet. Was das heißt, muss die Synode
beschließen. In der noch zu beratenden Beschlussvorlage werden die
Herausforderungen benannt: das Echo auf der jüdischen Seite bzw. von anderen
Kirchen, aber auch die Verschärfung und weltpolitisch gesteigerte Brisanz, die
der Nahostkonflikt inzwischen erfahren hat, sowie die Perspektiverweiterung von
muslimischer Seite und 'die beschämende Brisanz', die Antisemitismus und
Rassismus in den letzten
Jahren bekommen hat. Zur Aktualisierung des Beschlusses von 1980 fordert die
Beschlussvorlage, das 'Zeichen der Treue Gottes' zu seinem Volk nicht nur im
Blick auf die Errichtung des Staates Israel, sondern auch auf den dauerhaften
Bestand dieses Staates zu interpretieren. 'Anders als noch 1980
müssen wir heute das Zeichen der Treue Gottes nicht nur nach innen in unseren
Kirchen und im Dialog mit jüdischen Gemeinden vertreten, erläutern und begründen,
sondern auch nach außen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften, besonders
dem Islam, und gegenüber politischen Kräften, die im Nahost-Konflikt ihre
unterschiedlichen Interessen haben', so die Vorlage. (S. 13) Sie fordert außerdem,
dass bei gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexten Abschnitte des Alten und
des Neuen Testaments gleichermaßen berücksichtigt sind und die Lied- und
Musikauswahl überdacht
wird: 'Die Gemeinden brauchen neue Lieder, die der Erneuerung des Verhältnisses
von Kirche und Israel Rechnung tragen', heißt es." Wie wahr!
Mit freundlichen Grüßen aus Denkendorf
Michael Volkmann
Pfarrer Dr. Michael Volkmann
Landeskirchlicher Beauftragter für das Gespräch zwischen
Christen und Juden
Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf
Klosterhof 5 73770 Denkendorf
Tel.: 0711/9344545-62 (Anrufbeantworter geschaltet) Fax:
0711/934454522 E-mail